Montag, 7. Januar 2019

Seelenfrost

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 11.12.2018

Flexibler Einband: 184 Seiten

Verlag: Independently published

ISBN: 9781790917006

Genre: Thriller







Devcon stand auf, machte drei Schritte, bückte sich und griff nach seiner Jeans. Er zerrte das Handy aus der Hosentasche. „Ich will jetzt nicht hören,  dass wir ein Leiche haben“, raunzte er in den Apparat.
„Nein Chef“, antwortete Kommissar Kellermann. „Es sind drei.“ (Auszug aus Seelenfrost)

In nur einer Nacht hatte man in der Frankfurter Innenstadt drei entsetzlich verstümmelte Leichen gefunden. Vom Täter keine Spur, aber im Internet tauchen bereits Fotos von den Tatorten auf.

Was bezweckt der Täter damit, dass er die Lippen seiner Opfer zunäht, ihre Augen und ein Stück der Kopfhaut entfernt? Devcon und sein Team stehen vor einem Rätsel. Leider bleibt kaum Zeit für intensive Ermittlungsarbeit. Viel wichtiger scheint es zu sein, dass die Mordkommission in der Öffentlichkeit ein gutes Bild abgibt.
Devcons Laune sinkt auf den Nullpunkt, zumal allgemeine Sparmaßnahmen einen möglichen Stellenabbau in seiner Abteilung nach sich ziehen könnten. Dann wäre vermutlich Tatjana betroffen, die immer noch mit den Folgen ihres Psychotraumas kämpft.

Indes hat der Täter ganz andere Probleme . Er fürchtet, dass man seine Botschaft, mit welcher er auf einen „lautlosen Krieg“ aufmerksam machen möchte, nicht verstehen könnte. Also plant er einen letzten Showdown...

Eva Lirot gelingt es, mich schnell in den Bann ihrer Geschichte zu ziehen. Ihre Sprache ist einfach und klar. Rigoros beschreibt sie die grauenvoll zugerichteten Opfer. Außerdem lässt sie den Täter mit seiner kranken Psyche zwischendurch zu Wort kommen. Ich bekomme eine Gänsehaut. Nix für schwache Nerven!
Kurze Kapitel bringen zusätzlich Tempo. Bis zur Hälfte des Buches habe ich keine Ahnung, worauf diese Story hinauslaufen könnte. Doch dann thematisiert Eva Lirot wieder einmal einen Hintergrund, der mich überrascht und nachdenklich stimmt.  
Das ist das Besondere an dieser Thriller- Reihe. Es gibt immer interessante reale Bezüge, die in eine fiktive Geschichte eingebaut aind.
Das mag ich sehr. Ausserdem bin ich ein großer Fan dieses raubeinigen Ermittlers mit texanischem Wurzeln.

Trotzdem muss ich heute an ihm Kritik üben...


James Lloyd Devcon,

wir kennen uns nun schon so lange. In zehn Ermittlungen habe ich Dir zur Seite gestanden und deshalb erlaube ich es mir, Dir hier und jetzt einmal gründlich die Leviten zu lesen.

Du hast zwar mit 62 Jahren den größten Teil Deiner beruflichen Laufbahn hinter Dir und auch mehr als die Hälfte Deines Lebens. Das gibt Dir aber nicht das Recht, zum Stinkstiefel zu mutieren. Du spielst Roulette mit meinen Sympathiepunkten.
Du meinst Tatjana hätte einen besseren Mann verdient? Warum willst Du eine Frau, die Dich liebt aus deinem Leben verbannen? Warum konntest Du ihr diesen Ring nicht schon lange an den Finger stecken? Männerlogik! Hilfe!
Glaubst Du wirklich, dass Tatjana beruflich ihren Instinkt verloren hat? Ich denke eher, sie ist total verunsichert, weil sie Dir nichts recht machen kann.
Und dann dieses Gefasel...“Einer der größten Gefahren beim Älterwerden ist, dass man bequem wird...“ Ich mag das gar nicht hören. Du bist ein brillianter Ermittler und Deine Instinkte funktionieren meiner Meinung nach noch ganz gut.
Wach auf und zerfließe nicht in Selbstmitleid! Die Frankfurter Mordkommission braucht Dich und ich möchte weiterhin Deine spannenden Kriminalfälle lesen.

Für das Leben als Couch-Potato ist es definitiv zu früh!

An einem Abend habe ich die 180 Seiten durchgelesen, mich gut unterhaltenen und dabei auch etwas gelernt.

Rasanter Lesestoff für Serienjunkies - brutal, spannend und lesenswert!







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