Freitag, 12. Juli 2019

Warum normal sein gar nicht so normal ist

von Dominique de Marné




  • Taschenbuch: 240 Seiten
  • Verlag: Scorpio Verlag; Auflage: 1 (8. März 2019)
  • ISBN-13: 978-3958032538
  • Genre: Sachbuch/Ratgeber






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Dieses Buch wurde mir kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung!
 
Dominique de Marné gibt einen Blick auf ihr Innerstes frei. Sie öffnet sich in diesem Buch und zeigt allen, die es interessiert, ihr Leben. So erhält meinen einen Eindruck, wie es ist, mit einem Knacks im Kopf durch die Welt zu gehen. Manches ist bei ihr stärker vorhanden als bei anderen sogenannten Gesunden. Sie ist davon überzeugt, dass sich an unserem Umgang mit psychischen Problemen etwas ändern muss. Alle 53 Minuten nimmt sich in Deutschland ein Mensch das Leben, alle 5 Minuten versucht es jemand. Jeder kennt jemanden, der schon mal „verrückt“ war, aber keiner redet darüber.

Leider hört man immer öfter von Suizidfällen und im Nachhinein erfährt man, dass die betroffene Person beispielsweise unter Depressionen gelitten hat. Wie oft fragen sich die Familie, Freunde und Kollegen, warum man nichts gemerkt hat. Vielleicht wussten es noch die nächsten Angehörigen, dass eine Erkrankung vorliegt, doch möchte man sich als Betroffener nicht outen, denn es haftet sich an einen wie ein Stigma.
Die psychischen Krankheiten werden immer häufiger benannt und dennoch ist es für alle noch sehr negativ behaftet und ein Tabu, dass man nicht nach außen trägt. Denn eine psychische Krankheit kann man nicht unbedingt sehen, so ist sie für viele Menschen nicht so greifbar, wie beispielsweise ein gebrochener Arm.
Sie selbst leidet an Borderline und zeigt in diesem Buch, wie ihr Weg bis zur Diagnose und danach ablief. Zehn Jahre hat es gedauert, bis sie endlich wusste, was mit ihr los ist. Danach folgten viele Jahre mit vielen Gesprächen und Therapien und nun ist sie auf einem guten Weg. Nicht jeder Tag ist gut, aber ein Großteil schon. Sie versucht die psychischen Krankheiten nach außen zu tragen, teils durch dieses Buch, aber auch durch Vorträge vor Schulklassen oder Gruppen.
Ebenso zeigt sie aber auch verschiedene andere psychische Erkrankungen, stellt die Frage, was normal und was krank ist und wie man ihr geholfen hat. Sie bringt Ideen, wie man mit einem Betroffenen umgehen kann und richtet das Wort an die verschiedensten Gruppen, vom Betroffenen, den Angehörigen, Arbeitgeber bis hin zu sich selbst.
Der Wunsch der Autorin ist, dass psychische Probleme für jeden als „normal“ angesehen werden und man darüber reden kann, ohne Angst zu haben sich zu outen. Aber auch die Versorgung der Betroffenen ist noch immer schwierig und eine Therapie nicht auf die Schnelle zu bekommen, hier muss unbedingt etwas passieren.

Für alle, die selbst betroffen sind, mit jemanden zu tun haben, der psychisch krank ist, aber auch für alle, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen wollen. Ich hoffe dass die Stigmatisierung im Laufe der nächsten Jahre weniger wird und man als Betroffener offener damit umgehen kann. Vielleicht schafft man es so, die Menschen besser unterstützen zu können und manchen Suizid zu verhindern.

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