Donnerstag, 15. August 2019

Störtebekers Piratin

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 10.07.2019

Verlag: Gmeiner-Verlag

Flexibler Einband: 348 Seiten

ISBN: 9783839224861

Genre: Historischer Roman







Über „Die Giftmörderin Grete Beier“ habe ich Buchautorin Kathrin Hanke kennengelernt.
Ein Jahr später hat sie mich mit „Die Engelmacherin von St. Pauli“ beeindruckt.
Würde sie mich auch mit ihrem historischer Roman „Störtebekers Piratin“ fesseln können, der im Juli 2019 erschienen ist?

Gespannt folge ich Kathrin Hanke ins Jahr 1367.
Eine hochschwangere Frau begibt sich auf den beschwerlichen Weg von Hamburg nach Ostfriesland. Sie spürt, dass sie verfolgt wird. In einer stürmischen Nacht bringt sie schließlich eine Tochter zur Welt.
Das kleine Mädchen namens Ava wächst völlig isoliert bei der Großmutter Edda im ostfriesischen Brookmerland auf.
Ihr Leben gerät aus den Fugen, als Edda bei einem Überfall getötet wird.
Ava entkommt und schlägt sich nach Wismar durch. Dort begegnet sie dem jungen Klaus Störtebeker, der sie unter seinen persönlichen Schutz stellt.

Mystisch düster beginnt die Lesereise in die Zeit der Hanse.
Schon nach wenigen Seiten bin ich gedanklich in einer anderen Epoche. Das liegt zum einen an dem beeindruckenden Setting, andererseits bedient sich die Autorin einer altertümlichen Sprache, die ihre Geschichte authentisch wirken lässt. Zwischen den Zeilen herrscht eine geheimnisvolle Stimmung, die mich mitreißt.
Vor jedem Kapitel werden alte Redewendungen wie „Über Stock und Stein“, „Hinz und Kunz“ oder „Alles in Butter“ aufgegriffen und deren Herkunft erläutert. Das gefiel mir sehr. 

Im Mittelpunkt des Geschehens steht die junge Ava. Ihre Charakterdarstellung hat mich beeindruckt. Sie ist intelligent und pfiffig. Schnell erobert sie mein Herz, genau wie ihre Großmutter Edda.
Das Buch liest sich spannend wie ein Krimi. Ich fühle mit Ava, leide als Edda stirbt.
Durch den Tod ihrer Großmutter verliert das junge Mädchen ihren Lebensmittelpunkt. Sie muss sich plötzlich allein durchkämpfen. Dabei hilft ihr das Wissen um die Pflanzenwelt. Zudem hatte sie die Großmutter in die nordische Mythologie eingeweiht.
Als Retter in der Not kommt der legendenumwobene Klaus Störtebeker in die Geschichte. Er ist stark, attraktiv und mutig inszeniert - ein Frauenschwarm.
Obwohl Störtebeker hier nur in einer Nebenrolle auftritt, spürt man beim Lesen die Faszination der Buchautorin für den Freibeuter.
Nun könnte der Eine oder Andere beim Buchtitel eine tief greifender Auseinandersetzung mit den Legenden des Klaus Störtebeker erwarten. 
Doch hier geht es vorrangig um Ava. Wie sie Störtebekers Piratin wird, erfährt der Leser am Ende des Romans.
Ich finde den Buchtitel klasse. Er passt, auch wenn sich dahinter eine überraschend andere Story verbirgt, als zunächst vermutet.
Das Buch schreit geradezu nach einer Fortsetzung. 

„Störtebekers Piratin“ ist eine spannend erzählte Abenteuergeschichte aus der Zeit der Mythen, die mich bestens unterhalten hat.

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