Sonntag, 10. November 2019

Nachtblau der See

Komplexer Krimi mit aktuellen Themen

von Gabriela Kasperski


Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Emons Verlag (September 2019)
ISBN: 9783740806422


Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG)
Vorab Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung.



Die Proben für die Premiere des Freilicht-Theaters am Greifensee sind in vollem Gange. Die Hauptrolle ist mit Arielle Bergmann besetzt, einer jungen und attraktiven Frau, die zwar kaum schauspielerisches Talent hat, aber dennoch die Vorverkaufszahlen in die Höhe treibt. Als Influencerin hat sie viele Fans, die sich täglich über ihre Posts von den Proben freuen und kaum erwarten können, sie live zu sehen. Doch kurz vor der Premiere stürzt Arielle in den Tod. Ein Unfall, wie es scheint. So recht kann Kommissar Meyer allerdings nicht daran glauben, auch wenn alles darauf hindeutet. Doch wer profitiert von Arielles Tod?

Nachdem mich Gabriela Kasperski bereits mit „Besondere Umstände“ restlos begeistert hat, war klar, dass ich auch den neuen Fall für Kommissar Werner Meier und Zita Schnyder lese. Dieses Mal entführt uns die Autorin in die Welt des Theaters. Nach Außen hin eine schöne Welt, doch hinter den Kulissen geht es mitunter wenig harmonisch zu. Intrigen, Korruption und Enttäuschungen jeder Art gehören ebenso zum Tagesgeschäft, wie Schmeicheleien und Gewalt.

Bald stecken sowohl Meyer als auch seine Lebensgefährtin Zita Schnyder mitten in den Ermittlungen. Werner Meyer in seiner Funktion als Kommissar und Zita auf Grund privater Verwicklungen.

Der Krimi beginnt spannend und ich habe mich sehr über das Wiedersehen mit den beiden Protagonisten gefreut. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass der Krimi nach dem gelungenen Beginn eine Weile nur so dahinplätscherte und kaum Spannung aufkam. Viele Verwicklungen und Figuren tauchten auf, doch manche Szenen haben auch im Rückblick immer noch keine wirkliche Bedeutung für den Fall. Erst ab der Mitte des Buches hatte mich das Geschehen richtig gepackt und ich habe fleißig meine eigenen Theorien gesponnen.

Geschickt hat Gabriela Kasperski aktuelle Themen in ihren Krimi einfließen lassen. Bei den Machenschaften der Produktionsfirma der Festspiele gibt es so einige Parallelen zur #MeToo Bewegung, die Welt des Social Media wird berührt und auch das Thema Gleichstellung und Chancengleichheit ist gekonnt eingebunden.

Trotz des für mich etwas zähen Beginns, hat mich „Nachtblau der See“ letztendlich durch seine Komplexität und die aktuellen Themen überzeugen können. Zita Schnyder und Werner Meier sind ein großartiges Ermittlerpaar und ich hoffe, dass es bald ein Wiedersehen mit ihnen geben wird.

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