Sonntag, 26. April 2020

Der blaue Pomander

Spannendes Wiedersehen mit den Gentlemen vom Sebastianclub


von Sophie Oliver
 
Taschenbuch: 280 Seiten
Verlag: Dryas Verlag (März 2020)
ISBN: 9783948483012
Genre: Krimi/ viktorianischer Krimi



Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG) Vorab Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung.
 

London, 1896: Die Zeit drängt für die Gentlemen des Sebastian Club. Auch wenn nicht einmal sicher ist, dass der legendäre blaue Pomander überhaupt existiert oder zumindest existiert hat, so müssen die Ermittler alles daransetzen, der Sache auf den Grund zu gehen und ihn, wenn möglich, sicher nach London bringen.

Die berüchtigte Mörderin Amelia Dyer hat kurz vor ihrem Tod von dem blauen Pomander und seinen wundersamen Heilkräften erzählt. Doch auch wenn die Ermittler sich lieber an Fakten halten, die Legende hat Dinge in Gang gebracht, die unverzügliches Handeln unabdingbar machen.

„Der blaue Pomander“ ist der dritte Fall für die Gentlemen vom Sebastian Club und hat mich ebenso begeistert wie seine Vorgänger. Wieder auf die Herren zu treffen, die gerne im Hintergrund ermitteln, wenn Scotland Yard nicht weiterweiß, war für mich so, als würde ich lang vermisste Bekannte endlich wiedertreffen. Der Titel hat mir zuerst allerdings ein großes Fragezeichen ins Gesicht gezaubert. (Wem es ebenso geht: Ein Pomander ein meist kugelförmiges, antikes Duftgefäß, dessen Inneres mit einer Duftpaste, Moschus, Kräutern oder mit anderen duftenden Substanzen gefüllt wurde.) Der gesuchte Pomander soll eine Paste von Paracelsus beinhalten und ein Wundermittel gegen alle Krankheiten sein. Die Spur führt die Ermittler vom regnerischen London ins malerische und verschneite Salzburg. Doch viele Gelegenheiten, um die Schönheit der Umgebung zu genießen, bleiben nicht, denn den Ermittlern sitzt nicht nur die Zeit im Nacken. Sie sind längst nicht mehr die Einzigen, die nach dem Pomander suchen, und die anderen gehen dabei wortwörtlich über Leichen.

Der Fall ist spannend und ich mag es sehr, wie Sophie Oliver historische Fakten und Charaktere in ihre Geschichte einbindet. So gab es die Kindsmörderin Amelia Dyer tatsächlich, ebenso wie Paracelsus und einige andere Persönlichkeiten, die im Krimi erwähnt werden. Das Glossar am Ende des Buches ist zwar für das Leseverständnis nicht nötig, aber es verrät viele historische Fakten und stellt klar, wo die Autorin die Geschichte zugunsten ihres Krimis leicht verändert wiedergibt.

Ebenso wie die gründliche Recherche haben mir vor allem die Charaktere wieder sehr gefallen. Abgesehen von den Ermittlern treffen wir unter anderem auch Annabel wieder (hier bahnen sich spannende Entwicklungen an!) und einige neue Charaktere, von denen ich besonders Iggy interessant finde und hoffe, dass er uns auch weiterhin begegnen wird.

Auch vor dem Sebastianclub machen die Änderungen nicht Halt, wobei ich Sophie Oliver die letzte wirklich übelnehme (wer das Buch schon gelesen hat, weiß was ich meine). Ich bin sehr gespannt, wie es nun im Club und mit einem neuen - hoffentlich baldigen – Fall weitergehen wird. Wer viktorianische Krimis mag und diesen Fall noch nicht kennt, dem kann ich ihn nur empfehlen.

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