Mittwoch, 24. März 2021

Das Leben ist zu kurz für irgendwann

Warmherzig, humorvoll, berührend


von Ciara Geraghty

 
Verlag: Goldmann Verlag (März 2021)
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
ISBN: 9783442315550
Genre: Roman

 

Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG) 
Vorab-Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung. 


 

Eine tiefe Freundschaft verbindet Iris und Terry. Sie stehen jederzeit bedingungslos füreinander ein und es gibt nichts, dass sie nicht für den anderen tun würden. Doch als Terry Iris zum Geburtstag überraschen will, trifft sie sie nirgendwo an und auch Iris Cottage scheint verlassen. Schnell ist Terry jedoch klar, dass Iris auf dem Weg in die Schweiz ist, denn Iris ist schwerkrank du möchte ihr Leben beenden, solange sie noch selbst dazu in der Lage ist. Kurzerhand reist Terry gemeinsam mit ihrem demenzkranken Vater Iris hinterher und holt sie tatsächlich im Hafen von Dublin ein.

Gemeinsam machen sich die drei auf den Weg durch Europa, denn Iris ist fest entschlossen an ihrem Plan festzuhalten und Terry kann und will sie diese Reise nicht allein antreten lassen und hofft, sie umstimmen zu können.

Ich habe schon lange kein Buch mehr in dieser Richtung gelesen und war etwas skeptisch, doch Ciara Geraghty hat mich mit von der ersten Seite an gefesselt. Sie erzählt eine berührende Geschichte, herzzerreißend und emotional. Trotzdem hat sie es auch geschafft, mich zum Lachen zu bringen und nicht nur die traurige Seite zu zeigen.

Iris leidet an Multipler Sklerose. Sie ist eine selbstbewusste und großartige Frau, die ich vom ersten Moment an sehr sympathisch fand.

 „Sie wird achtundfünfzig.

»Da kriegt man als Frau doch nur zu hören, dass man für sein Alter toll aussieht«, hatte Iris gesagt, als ich vorschlug zu feiern.“ (S.7)

Ihre Entscheidung in die Schweiz zu reisen wirkt mutig und keinesfalls leichtfertig gefällt. Das weiß auch die eigentliche Protagonistin Terry, trotzdem kann sie den Gedanken kaum ertragen, ihre Freundin zu verlieren. Doch erstaunlicherweise werden die Tage der Reise nicht furchtbar und kaum zu ertragen, vielmehr werden sie eher zum Gegenteil. Terry lernt in dieser Zeit viel über sich selbst und hat auch mich zum Nachdenken angeregt.

Die Charaktere sind lebensnah, es fiel leicht mit ihnen mitzufühlen, aber am meisten hat es mich begeistert, wie leicht es Ciara Geraghty scheinbar gelingt, eine Geschichte über Themen wie Sterbehilfe, Tod und Demenz zu schreiben und dabei dennoch das Leben zu feiern. Trotz bedrückender und erschütternder Szenen ist das Buch insgesamt in keiner Weise bedrückend. Es ist eine herzerwärmende Geschichte über Freundschaft, ein Plädoyer für ein respektvolles Miteinander und nicht zuletzt eine kurzweilige Unterhaltung. Daher eine klare Leseempfehlung von mir.

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