Mittwoch, 5. Mai 2021

Finstere Havel

 

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Genre: Kriminalroman 

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Schon seit einigen Jahren begleite ich Hauptkommissar Toni Sanftleben bei seinen Ermittlungen. 

Für mich sind die Havelkrimis immer ein besonderes Leseerlebnis, weil ich in dieser Region zuhause bin und die Schauplätze gut kenne. 


„Lautlos kam das Auto aus der Dunkelheit, rollte den Fähranleger hinunter und klatschte in die Havel. Das Wasser spülte über die Motorhaube und traf auf die Windschutzscheibe. Die Gestalt hinter dem Lenkrad machte keine Anstalten, um sich zu befreien.“ (Auszug aus dem Buch)


Das Auto wird schließlich aus der Havel geborgen. Am Steuer sitzt eine tote Frau. Es ist Melanie Berndt. 

Wie ist sie ums Leben gekommen? Hauptkommissar Sanftleben begibt sich auf Spurensuche. 

Er ermittelt sowohl im familiären Umfeld, als auch im Naturpark Westhavelland, wo die Biologin an einem großen Naturprojekt mitwirkte. Die Handlung springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. In den Rückblicken lerne ich Melanie besser kennen. Sie ist eine attraktive Frau, die bei Männern gut ankommt. 

Einerseits scheint Melanie eine herausragende Wissenschaftlerin zu sein, andererseits schafft sie es aber nicht, ihren Alltag zu bewältigen und für die kleine Tochter zu sorgen. 

Für mich ist diese Frau ein Buch mit sieben Siegeln. 

Toni ist mir vertraut. Ich mag sein Hausboot und freue mich, dass es privat für ihn wieder aufwärts geht. 

Ich bewundere Toni für sein strukturiertes Vorgehen in diesem mysteriösen Fall. Akribisch arbeitet sich der Hauptkommissar durch Melanies Leben. Doch je mehr Informationen er zutage fördert, um so verworrener wird es. 

Tim Pieper setzt mich in einem Irrgarten aus. Gedanklich spiele ich mögliche Szenarien durch, gerate auf die eine oder andere falsche Fährte und habe bis zum Schluss keinen blassen Schimmer wie Melanie ums Leben gekommen ist. In einem spannungsreichen Finale klärt sich der Fall. Zwischendurch erfreue ich mich an den wunderbaren Landschaftsbeschreibungen, die  charakterisierend für die Krimi-Reihe sind. 

Ich muss gestehen, dass mich „Finstere Havel“ nicht so begeistern konnte wie die vorangegangenen Fälle, was hauptsächlich an den Rückblicken und der damit einhergehenden Darstellung von Melanie lag. Auch hätte ich mir eine konkretere zeitliche Einordnung der Ereignisse gewünscht, statt nur „vor einiger Zeit“. 

Trotzdem ist dieser Krimi zu empfehlen. Tim Pieper versteht es meisterlich, seine Leserschaft von Anfang bis Ende zu fesseln. Alle Krimis der Reihe können einzeln gelesen werden. Es lohnt sich jedoch mit Band 1 „Dunkle Havel“ zu beginnen. 

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