Donnerstag, 5. Mai 2022

In den Klauen der Macht

Buchdetails: 

Erscheinungsdatum: 01.04.202

Herausgeber: Bucher Verlag GmbH 

Buchlänge: 504 Seiten 

ISBN: 9783990185711

Genre: Historischer Roman

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Losenstein ist eine Gemeinde in Oberösterreich im Steyr-Land. Hier befindet sich auf einem 60 m hohen Felsen eine der größten und ältesten Burgruinen des Landes. 

Beim Betrachten der Bilder spüre ich die Magie des Ortes. Was mag sich hinter den Burgmauern zu Zeiten der Herren von Losenstein abgespielt haben? 

Buchautorin Ana Pawlik geht dieser Frage nach. Die Burg Losenstein wird zum Handlungsort ihres historischen Romans „In den Klauen der Macht“, der in einer hochwertig gebundenen Ausgabe im April 2021 beim Bucher Verlag erschienen ist. 


Die Geschichte beginnt mit einem nervenaufreibenden Prolog, der Neugier erzeugt und einen ersten Eindruck von der Atmosphäre des Romans vermittelt. Schon nach wenigen gelesenen Seiten folge ich gebannt dem Geschehen. Meine Gedanken wandern ins Jahr 1269 und lassen mich im Herzogtum Österreich verweilen. 

Einst hatten die Losensteiner das Amt des Burggrafen inne, bis der Herzog dem Emporkömmling Irenfried von Klingenberg das Amt übertrug. 

Wird es Dietmar von Losenstein gelingen, das Amt zurückzuerobern und Graf von Styra zu werden? 

In einem anderen Handlungsstrang begegne ich der sechzehnjährigen Ännlin, die mit ihrer Mutter im Wald gelebt hat und sich nach deren Tod auf die Suche nach ihrem Vater begibt. Hierbei begegnet sie Claus, einem rebellischen Knecht, der die Bauern eines ganzen Dorfes gegen ihren tyrannischen Meier aufwiegelt. Ännlin hinterlässt einen bleibenden Eindruck bei Claus. Fortan muss er ständig an die junge weltfremde Frau denken, die ein Gefühl von Freiheit ausstrahlt. Werden sich ihre Wege erneut kreuzen? 


Ännlin ist meine Lieblingsfigur im Roman. Ich schließe sie sofort in mein Herz, fiebere und leide mit ihr. Das Leben im Wald hat sie zu einer taffen Frau werden lassen, die anpacken kann und sich auch ohne männliche Hilfe durchschlägt. 

Alle Charaktere, ob Sympathieträger oder Fiesling, wirken in ihrer Rolle überzeugend. 

Die Geschichte wird aus den Perspektiven der handelnden Personen erzählt. Es gelingt der Autorin vortrefflich, das Leben im Mittelalter nachzustellen. Sie lässt Menschen aller sozialer Schichten - von den hohen Herren, über die kleinen Adligen und Geistlichen, bis hin zu den Bauern, Mägden und Knechten - zu Wort kommen und miteinander in Beziehung treten. Die Stimmung des Romans reißt mich mit. Vor meinem inneren Auge sehe ich beeindruckende Landschaftsbilder. Die historischen Hinterfakten zum Herzogtum Österreich und die Beschreibungen der zeittypischen Gegenstände sind gelungen in die fiktive Handlung eingearbeitet. 

Mehr und mehr entwickelt sich die Story zu einem Krimi. Ich mag das Buch zwischendurch gar nicht aus den Händen zu legen. Die 500 Buchseiten sind ein Klacks. 

Doch wer nun glaubt, dass am Ende alle offenen Fragen beantwortet sind, den muss ich enttäuschen. 

Ana Pawlik verabschiedet sich nicht von ihren Figuren. Ich freue mich auf die Fortsetzung des Romans und brenne darauf zu erfahren, wie es mit Ännlin, Claus, Arnulf, Dietmar und Euphemia weitergeht. 


Ein Muss für Liebhaber historischer Romane -  informativ, unterhaltsam und fesselnd! 


Diese facettenreiche Geschichte mit jeder Menge Spannung und Emotionen ist nominiert für den Homer Literaturpreis 2022 und hat aus meiner Sicht gute Chancen auf den Titel. 




 










 

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