Freitag, 9. Februar 2024

Wahre Verbrechen - Die erschütterndsten Fälle einer Gerichtsreporterin

Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG)

Ich wünsche uns allen so viel Toleranz, Liebe und Gelassenheit, dass für Gewalt kein Raum mehr bleibt. (Christine Brand, S.11)


„Im Zweifel für den Angeklagten.“

Diesen oder ähnliche Sätze kennen wir alle aus Büchern, Filmen, Serien und der Gleichen. Wir verstehen ihn, zumindest verbal.

Doch was er tatsächlich bedeutet, können wir nur schwer bis gar nicht begreifen, bis wir selbst in solch einer Situation waren. Die emotionale Komponente darin kann können nur Opfer eines Verbrechens nachvollziehen.
Der erste Fall in dem Buch „Wahre Verbrechen - Die erschütterndsten Fälle einer Gerichtsreporterin“ von Christine Brand beweist dies.

Eine Familie wird in ihrer eigenen Wohnung bedroht, als Geiseln gehalten, tyrannisiert und das alles nur, um ein paar Schmuckstücke zu stehlen.

Sie werden mit einer Waffe bedroht, es wird ihnen glauben gemacht, dass Sprengstoff auf ihren Rücken geklebt wurde. Als der Täter tatsächlich gefasst wird und es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, legt er ein Teilgeständnis ab. Er gibt zu, den Raubüberfall begannen zu haben, allerdings bestreitet er, dass er eine echte Waffe dabeihatte und erklärt, dass er nur leere Streichholzschachteln als Attrappe für den vermeintlichen Sprengstoff verwendet hat. Da die Opfer nicht beweisen konnten, dass die Waffe und der Sprengstoff echt waren, geht das Gericht im Zweifel für den Angeklagten davon aus, dass NUR eine echt aussehende Spielzeugpistole verwendet wurde und somit keinerlei reale Gefahr darstellte.

Wie es den Opfern dabei geht, denn für diese war es definitiv eine reale Gefahr, kann kein uUbeteiligter nachvollziehen.

Das Absurde an dieser Gerichtsentscheidung ist allerdings, dass der Angeklagte gleichzeitig für einen Mord angeklagt ist – und dennoch wird bezüglich des Raubüberfalls zu seinen Gunsten entschieden, weil die Opfer nicht beweisen können, dass die Waffe echt war. Dies mag in manch anderen Fällen ja gerechtfertigt sein, doch in diesem Fall?

Ein Serienvergewaltiger, der er es mehrmals schafft, aus dem Gefängnis auszubrechen – einmal sogar so lange, dass er eine Familie gründen konnte. Bei seiner letzten Gerichtsverhandlung, mindestens 33 Jahre nach seinem ersten Gewaltverbrechen, wird er zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt, gleichzeitig ordnet das Gericht eine lebenslange Sicherheitsverwahrung an.

Die Zahl der Opfer von diesem Täter ist erschreckend hoch, und so viele hätten vermieden werden können! 

„ Die Abgründe der menschlichen Psyche sind spannender und oft unglaublicher als jeder Krimi!“
(Auszug vom Klappentext)

Aus Spoilergründen habe ich mich bewusst dafür entschieden, hier nur 2 Fälle wiederzugeben. Die Geschichte von Paul W., dem Vergewaltiger, lässt mich tatsächlich an unserem Rechtssystem und unserer Sicherheit zweifeln. Doch es war nicht der schlimmste Fall. Der letzte Fall lässt mich verstört zurück. Soviel Grausamkeit und so wenig Emotionen bei einem Menschen sind erschreckend.


Fazit:
Insgesamt schildert Christine Brand, Gerichtsreporterin in der Schweiz, in diesem Buch 6 wahre Verbrechen.
Verbrechen, bei deren Gerichtsverhandlung sie selbst anwesend war und dadurch detaillierte Einblicke in diese gewonnene hat.

Christine Brand schildert aber nicht nur die Gerichtsverhandlungen, sie hat auch mit den Opfern gesprochen. Diese Gespräche werden als eine Art „Interview“ wiedergegeben.
Ihr Schreibstil ist fesselnd, ehrlich und emotional. Dass sie dabei die Perspektiven wechselt und die Fälle mal aus Sicht der Opfer, mal aus Sicht der Ermittler und natürlich auch die Sichtweise vom Täter beschreibt, macht dies besonders real.


Meinung:
Auf dieses Buch bin ich durch Zufallen aufmerksam geworden. Als Fan von True Crime Thrillern war mir gleich klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Ich habe schon einige True Crime Krimis und Thriller gelesen, doch keiner hat mich so verstört zurückgelassen, wie die Fälle, die hier beschrieben wurden. Es ist das Wissen, dass diese Fälle, besonders die Gerichtsurteile, real sind und kein bisschen Fiktion dabei ist, das einen erschaudern lässt.

Für alle True Crime Fans ein absolutes must read!

5 von 5 Sternen

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