Mittwoch, 17. April 2024

Der gute Onkel - Mein verdammtes deutsches Erbe


Buchdetails: 


Erscheinungsdatum: 01.02.2024

Herausgeber: Droemer HC

Buchlänge: 416 Seiten 

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Niemand kann sich seine Familie auszusuchen!  

Wie muss es sich anfühlen, als Großnichte von Reichsmarschall Hermann Göring aufzuwachsen und wie geht man mit einem solchen Erbe um? 

Sein Name steht für grauenhafte Verbrechen an der Menschlichkeit und sein Schatten liegt über dem Leben der Autorin. 


Bettina Göring versucht früh der familiären Bedrückung zu entkommen. Sie wird ein Freigeist. Doch egal, ob sie in der linken Kommune oder im Ashram Zuflucht sucht, ihre Vergangenheit holt sie ein. Nur wenn sie sich mit der dunklen Familiengeschichte auseinandersetzt, wird sie sich befreien können. Am besten gelingt das, wenn sie ihre Gedanken niederschreibt. 

Entstanden ist diese interessante und beeindruckende Autobiografie, die tiefe Einblicke in die Geschichte der Familie Göring gewährt. 

Buchtitel und Cover sind passend gewählt und vermitteln bereits einen ersten Eindruck vom Inhalt. 

Während viele Mitgliedern des Göring-Clans auf Verdrängung setzen, geht die Autorin den direkten Weg und stellt sich der Verantwortung als Angehörige eines Hauptkriegsverbrechers. Für diese Courage zolle ich ihr hohen Respekt. 

In wechselnden Kapiteln, die mit Zeitangaben versehen sind, berichtet Bettina Göring einerseits von ihrer Familie und dem „guten Onkel“, andererseits blickt sie auf ihr eigenes Leben zurück.  Mit ihrer offenen und ehrlichen Art zieht sie mich schnell in den Bann ihrer Geschichte. Es gelingt mir, mich in ihre Gefühls- und Gedankenwelt hineinzuversetzen. Besonders interessant sind die umfangreichen Hintergrundinformation über die Görings. Sie erzählt, wie Hermann Göring aufgewachsen ist und wie ihn die Familie und die Erziehung geprägt hat. 

Wir sehen in ihm den Massenmörder und das Monster. Aber er war auch ein Familienmensch, der charmant und gutherzig sein konnte . 

Ein Mann mit den zwei Gesichtern, dessen Taten unbegreiflich sind. Am Ende der Lektüre bleibe ich nachdenklich zurück. 

Die Gefahr von Rechts ist allgegenwärtig. Dieses Buch sollte uns als Mahnmal gegen das Vergessen dienen. Leseempfehlung!

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