Dienstag, 26. Mai 2026

Hasi und Patno wagen ein Leseexperiment


Wir haben uns schon oft neuen Lese-Herausforderungen gestellt, aber bei Fantasy-Romanen waren wir bisher eher zurückhaltend. 
Unser Lesefreund Mike Altwicker hat uns auf der Leipziger Buchmesse auf „Dungeon Crawler Carl“ neugierig gemacht und so sind wir in einer intergalaktischen Spielshow gelandet. 


Herzlich Willkommen ihr Zwei, ich begrüße euch im Team Carl. 
Entertainment ist Pflicht, Überleben nicht! Seid ihr bereit für dieses Leseabenteuer? 

Patno und Hasi…. Jaaaa. -  Drei Tage später…

Patno: OMG Hasi, worauf haben wir uns da bloß eingelassen? Ich dachte dieser Carl ist ein ganz normaler Typ. Gerade saß ich noch im Garten in der Sonne und nun plötzlich bin ich umgeben von außerirdischen Invasoren, die die Erde in einen Dungeon verwandelt haben. Was für ein verrücktes Szenario. Ich habe überhaupt keine Ahnung von Computerspielen. Dieser Carl mit seinen Boxer Shorts und der Lederjacke sieht schon etwas komisch aus, aber das scheint hier niemanden zu stören. Aber Prinzessin Donut ist doch der Hammer. Ich liebe diese Katze und lache herzhaft bei ihren trockenen Kommentaren. 
 
Hasi: Mein Mann spielt ja Konsolen- und Computerspiele, seit ich ihn kenne, trotzdem ist mir diese Welt fremd geblieben. Aber bei Prinzessin Donut muss ich an die tierischen / epischen Begleiter bei WOW denken - ich glaube allerdings nicht, dass die auch so viel Humor haben. Und noch eine weitere Parallele gibt es: Die Infoboxen, die Carl sehen kann, die Belohnungen und verschiedenen Gilden gibts auch bei WOW. Damit ist mein Computerspielwissen allerdings auch schon erschöpft. 
Übrigens fand ich die Stelle witzig und erschreckend, wo Mordecai (Carls Lehrer?) zu ihm sagt, dass sie nach dem Erstkontakt (dem Bau der Pyramiden), genügend Zeit gehabt hätten, ihre Unabhängigkeit zu erklären. Da hatte ich sofort Erich von Däniken im Kopf. Der war doch auch der Meinung, dass die Pyramiden von Außerirdischen gebaut wurden ... 

Patno: Ja, stellenweise ist die Geschichte herrlich schräg, aber auch ziemlich brutal. Die vielen Kampfszenen hätte ich nicht gebraucht. Ist doch eher so ein Jungs-Ding, oder? Carl und Donut mussten töten um weiterzuleben. Das typische Spiel zwischen Jäger und Gejagten. Manchmal wurde es ziemlich ekelig. Und zwischendrin findet man dann plötzlich kluge Sätze, die nachdenklich stimmen. Das mochte ich sehr. Auch die Inszenierung der Gruppe von Senioren fand ich klasse. Und Donuts neues Haustier ist doch putzig, oder? Das ist übrigens meine Lieblingsstelle im Buch. 
 
Hasi: Mir war es auch zu brutal, mir wäre ein Jump-and-Run-Spiel genug Aufregung. Dass mit den Senioren ist gleichzeitig witzig und traurig und zeigt, wie mitfühlend Carl totz allem noch ist - schließlich geht es ums nackte Überleben. 
Und ein Haustier, das ein Haustier hat, ist natürlich echt witzig - vor allem mit der Beschreibung "so verdammt hässlich, dass es schon wieder süß ist". 
Die Frage ist jetzt natürlich, ob wir trotzdem den nächsten Teil lesen wollen, obwohl das Genre und die Brutalität nicht gerade unserer Komfortzone entspricht. Was meinst Du? 

Patno: Gute Frage. Ich habe ja früher viele Thriller gelesen und Brutalität steht hier meistens auf der Tagesordnung. Das kann ich ab. Mir fehlt allerdings komplett der Bezug zu Computerspielen und so richtig wohl habe ich mich in dieser intergalaktischen Umgebung nicht gefühlt, obwohl ich den humorvollen und lebendigen Schreibstils als angenehm empfand. Es war eine neue und spannende Lese-Erfahrung für mich und immerhin habe ich bis zum Schluss durchgehalten. Wie sieht es bei dir aus? 
 
Hasi: Ich sehe es ähnlich - wir haben das Experiment gewagt, aber die Fortsetzung werde ich eher nicht lesen. Allerdings nimmt mein Mann es mit in den Urlaub und vielleicht liest er es ja wirklich durch und will dann auch wissen, wie es weitergeht. 

Fazit: Wer sich in der Gamer-Szene zuhause fühlt und gern Fantasy-Romane liest, liegt mit dieser Lektüre richtig. Für uns war es eine neue, interessante und unterhaltsame Leseerfahrung, auch wenn wir am Ende festgestellt haben, dass es nicht ganz unser Genre ist.

Keine Kommentare: