Samstag, 12. August 2017

Biertrinker sind verdächtig






  • Erscheinungsdatum Erstausgabe : 20.07.2017
  • Verlag : SWB Media Publishing
  • ISBN: 9783946686361
  • Flexibler Einband 286 Seiten
  • Genre: Krime 
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Britta Steinbach, 26, verheiratet und wunderschön, wird von Detektiv Detlev Menke stranguliert in einem Hotelzimmer gefunden. Das Brisante daran: sie wollte ihren Ehemann mit ihm betrügen. Was sie nicht wusste: ihr eigener Ehemann hatte Menke auf sie angesetzt. Er wollte kompromittierende Fotos ...

Menke ist ein (mir sehr unsympathischer) Frauenheld und Lebemann. Er hat noch nie für seinen Unterhalt gearbeitet sondern lebt von dem, was seine Mutter und seine Schwester mit dem gutgehenden Familienweingut erwirtschaften. Erst als sie ihm den Geldhahn abdrehen, macht er die Ausbildung und eröffnet die Detektei. Leider hat er nicht bedacht, dass in einer Kleinstadt, wo jeder jeden kennt, niemand einen Privatschnüffler braucht oder will.
Tabea Kühn von der Mordkommission Ludwigshafen fasst meine Abneigung gegen Menke in die passenden Worte: „Sie sind vielleicht kein Mörder, Herr Menke, aber sie sind ganz sicher ein Arschloch.“ (S. 45).
Doch Detlef ist nicht der einzige Unsympath der Familie, auch seine zu Beginn sehr zickige Schwester und seine anscheinend nur auf das Geschäft fixierte Mutter sind keine Sonnenscheinchen. Einzig Menkes Dackel Alli konnte mein Herz erwärmen.

Im Gegensatz zu anderen Krimis kommt hier sehr detaillierte Polizeiarbeit vor, um mit den Fernsehkrimi-Vorstellungen aufzuräumen. Mir persönlich war es an einigen Stellen zu viel, zu genau.
Die Geschichte springt zwischen 2 Handlungssträngen. Zum einen erzählt Menke in der Ich-Perspektive, was er gerade erlebt und im anderen wird die Ermittlungsarbeit der Polizei beschrieben. Da es nicht nur einen Verdächtigen gibt und die Kapitel recht kurz sind, springt man sehr viel zwischen den verschiedenen Örtlichkeiten und Personen. Der Leser muss also dabei bleiben, um den Faden nicht zu verlieren.

Ein echtes Manko war für mich, dass ich schon nach ca. 50 Seiten einen Verdacht hatte, wer der Mörder ist und dieser über den weiteren Verlauf des Buches bestärkt wurde – am Ende lag ich richtig, auch mit dem ungefähren Motiv. Es gab zwar immer wieder Verdachtsmomente gegen andere Verdächtige, aber diese haben sich für mich zu schnell zerschlagen. Schade eigentlich, ich hätte mich da gern überraschen lassen.

Positiv möchte ich das Setting des Krimis erwähnen. Was mir an Spannung fehlte, macht das Buch durch seinen Lokalkolorit wett: die Handlungsorte, der Dialekt, der leckere Wein und das beschrieben Essen machen auf jeden Fall Lust auf einen Urlaub in der Pfalz – nach Möglichkeit aber bitte ohne Mord ;-).

3,5 von 5 Sternen