Montag, 26. Februar 2018

Reue

Leider nicht mein Fall


von Sascha Berst-Frediani


Gebundene Ausgabe: 247 Seiten
Verlag: Gmeiner-Verlag (Februar 2018)
ISBN: 9783839222492
Genre: Roman/ Krimi









Sabine ist in ihrem Job in der Bank erfolgreich, sie hat ein schönes Haus und einen Ehemann, der zwar selten da ist, den sie allerdings auch kaum vermisst. Doch als ihr Gerüchte über ihren Untermieter Thomas zu Ohren kommen, setzen diese Ereignisse in Gang, an deren Ende eine Leiche, viele Lügen und kaum Reue stehen.

Die Beschreibung von Sascha Berst-Ferdianis Roman klang spannend und interessant und so habe ich mich voller Vorfreude in die Lektüre gestürzt. Das erste kurze Kapitel hat es wunderbar geschafft, Spannung aufzubauen, doch nur wenige Seiten später war ich erstmal ernüchtert. Bereits im dritten Kapitel war mir die Protagonistin Sabine zutiefst unsympathisch, was sie dann auch den Rest des Buches blieb. Sie ist erfolgreich, sieht gut aus und ist sehr selbstbezogen. Das allein wäre ja nicht weiter schlimm, gäbe es mit Ausnahme weniger Nebenfiguren nicht nur unsympathische Charaktere.
Sabines Ehemann ist derb und überheblich, ihre Kollegin Frau Müller ist mehr als missgünstig und gehässig, Thomas hätte gute Chancen zum Stalker zu avancieren und die Einwohner des Dorfes, in dem das Drama seinen Lauf nimmt, wissen natürlich schon von Beginn an, dass die hübsche Ehefrau, die die Woche unter immer allein ist, natürlich eine schändliche Affäre mit ihrem jungen Untermieter hat.
Nur Thomas Freund Frank, ein alter Bauer und der Kommissar bilden für mich die Ausnahmen in diesem Reigen von Unsympathen.

Sprachlich ist das Buch eher nüchtern, so dass ich mir wie ein außenstehender Beobachter vorkam, der zwar die ganze Tragödie sieht, aber nicht wirklich von ihr berührt wird. Abgesehen vom Schicksal des Bauern gab es niemanden mit dem ich auch nur im Ansatz mitfühlen konnte. Erzählt wird der Roman aus wechselnden Perspektiven, so dass es leicht war in die Köpfe der Charaktere zu schauen.

Das Buch beginnt mit einer Verhaftung, wobei zunächst nicht klar ist, wer dort verhaftet wurde, was durchaus Spannung aufbaute. Dann wird quasi rückblickend erzählt, wie es zu dieser Verhaftung kam. Die Geschichte wird immer wieder durch kurze Kapitel unterbrochen, in dem ein Teil des Verhörs des Verhafteten wiedergegeben wird. Ebenso wie das erste Kapitel sind diese Abschnitte kursiv gedruckt, dadurch kommt es zu keinerlei Verwirrung, was den zeitlichen Ablauf angeht.

Die Kapitel sind allesamt sehr kurz, teils keine zwei Seiten lang, so dass ein hohes Tempo vermittelt wird. Leider hat mich das dennoch nicht durch die Seiten fliegen lassen, da ich einfach keinen Zugang zum Buch finden konnte.

Die einzigen Passagen, die mir wirklich gut gefielen, waren die erwähnten kursiv gedruckten Kapitel, bei denen ich sogar ein, zweimal schmunzeln musste. Die Art der Fragestellung durch den Kommissar war klasse.

Leider war dies für mich neben dem Schreibstil der einzige Lichtblick des Buches, vom Cover und dem Einband einmal abgesehen, zwei Aspekte die mir wirklich sehr gefallen.

Mein Fazit: Die Grundidee des Buches ist gut, aber ich konnte mit der Umsetzung leider nicht viel anfangen.

Kommentare:

  1. Hey Meike,

    schade das du so garkeinen Zugang zum Buch fandest. Ich selbst fand die Story sehr interessant, da es einfach zum nachdenken anregte. Ich überlegte stets und ständig, wie wer wo handeln würde. Auf das Einzige was ich wartete war die Reue, welche auch dem Buch den Titel gab, denn diese tauchte einfach nicht auf.

    Ich hoffe, ich darf deine Rezension trotzdem verlinken, denn deine Meinung zeigt, wie verschieden wir diese Geschichte aufnahmen.

    Liebe Grüße, Anja

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  2. Liebe Anja,

    ich habe Deine Nachricht gerade erst gesehen und natürlich darfst Du die Rezension gerne verlinken. Ich finde es auch immer spannend zu lesen, wenn jemand ein Buch ganz anders empfunden hat als ich.

    Liebe Grüße, Meike

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