Mittwoch, 14. März 2018

Château Mort

Mördersuche zwischen malerischen Weinbergen


von Alexander Oetker


Broschiert: 336 Seiten
Verlag: Hoffmann und Campe (März 2018)
ISBN: 9783455000764
Genre: Krimi

Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG)
Vorab Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Leseexemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung!




Es ist Spätsommer und eine Hitzewelle hat Frankreich fest im Griff. Ein Glück, dass Kommissar Luc Verlain bei dem berühmten Marathon du Médoc gemütlich auf einem Motorrad sitzen darf und nicht selber die gut 42 km laufen muss. Quer durch die Weinberge und die schönsten Schlossgärten führt dieser außergewöhnliche Marathon und auch auf dem Weingut von Lucs Freund Richard werden die Teilnehmer mit Erfrischungen und Wein versorgt. Alles scheint friedlich, bis sich auf einmal mehrere Teilnehmer unwohl fühlen und zwei von ihnen zusammenbrechen. Einer der beiden, ein angesehener Winzer, stirbt an Ort und Stelle und mit einem Mal findet sich Luc in einer sehr unangenehmen Lage wieder. Ausgerechnet sein Freund Richard ist der Hauptverdächtige. Doch das kann einfach nicht sein! Oder?

In „Château Mort“ schickt der Autor Alexander Oetker seinen Kommissar Luc Verlain bereits zum zweiten Mal auf Mördersuche in der eigentlich so beschaulichen und friedlichen Aquitaine. Vor traumhafter Kulisse muss Luc nach einem Mörder fahnden, der beinahe einen perfekten Mord begangen hat. Es gibt kaum Spuren und die wenigen, die es gibt, führen leider alle zu Richard. 
Dennoch kann Luc – ganz im Gegensatz zu seiner Partnerin Anouk – nicht daran glauben, dass sein alter Freund tatsächlich zu einem Mord in der Lage wäre. Je länger er ermittelt, umso mehr muss er erkennen, dass das Geschäft mit den erlesenen Weinen knallhart ist und viele kleinere Weingüter um ihr Überleben kämpfen. Doch wer hätte von dem Tod des Winzers profitiert?

Während Luc ermittelte, hatte ich schon schnell einen möglichen Mörder im Sinn. Der Haken daran war allerdings, dass es mehr Wunschdenken als logische Schlussfolgerung war: kein erkennbares Motiv, dafür aber eine Abneigung meinerseits gegenüber diesem Charakter. Erstaunlicherweise lag ich aber gar nicht so falsch, wer hätte das gedacht?

„Château Mort“ ist ein Krimi, der zwar nicht mit übermäßiger Spannung dienen kann, der aber durch seine Charaktere und die wunderbare Umgebung punkten kann. Den Marathon du Médoc gibt es wirklich und wem er (ebenso wie mir) bislang unbekannt war, dem kann ich nur empfehlen einmal danach zu googeln. Viele Teilnehmer gehen kostümiert an den Start und es wird tatsächlich während des Laufs Wein ausgeschenkt. Es wäre sicher mal ein Erlebnis dabei zu sein, ganz gleich ob als Teilnehmer oder als Zuschauer.

Auch wenn es erst der zweite Fall für Luc Verlain ist, habe ich das Gefühl sowohl ihn als auch einige Einwohner der Aquitaine bereits ewig zu kennen. Eine ganze Reihe der Nebencharaktere haben bereits im ersten Fall ihren Einstand gegeben, allen voran natürlich Anouk, die Luc nicht nur als Kollegin sehr schätzt.  Allerdings muss ich sagen, dass mir Luc in seiner Art Frauen bzw. Beziehungen nicht allzu sympathisch war. Ich wette, umgekehrt wäre er nicht begeistert, sollte Anouk seinem Beispiel folgen…

Beinahe spannender als der Fall des toten Winzers war für mich eine kleine Nebenhandlung, die ebenfalls bereits im ersten Band ihren Ursprung nahm. Mysteriöse Postkarten an Luc und Anouk sowie ein weiteres Ereignis, dass ich hier nicht weiter kommentieren möchte, um nicht zu spoilern. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wo das alles in dem/ den nächsten Teil(en) hinführen wird.

Mein Fazit: Mir hat „Château Mort“ gut gefallen, sogar ein klein wenig besser als der Vorgängerband „Retour“, und ich freue mich bereits jetzt auf den nächsten Fall. Ein Krimi, bei dem zwar der Fall im Vordergrund steht, doch das Privatleben von Kommissar Luc Verlain nimmt ebenfalls einen recht großen Raum ein. Wer das mag und zudem das ein oder andere über Wein lernen möchte, dem kann ich diesen Krimi nur empfehlen.

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