Mittwoch, 21. März 2018

Messegespräch mit Anja Baumheier zu ihrem Debüt „Kranichland“


Eines meiner Highlights auf der LBM war das Interview mit Anja Baumheier. Ihr Buch „Kranichland“ ist gerade erschienen und hat mich sehr beeindruckt.
Wir waren sofort auf einer Wellenlänge, entdeckten Ähnlichkeiten in unserer Vergangenheit und schließlich kommen wir beide aus Dresden.

So hatte das Gespräch dann auch mehr was von einer privaten Leserunde. Wir haben über die einzelnen Protagonisten und ihre Beweggründe diskutiert (Übrigens gibt es keine realen Vorbilder für die Figuren.). Ich war fasziniert, dass sie das Buch in nur 6 Monaten und ohne festen Plott (wann was mit wen geschieht) geschrieben hat. Die Buchidee schwirrte schon länger in ihrem Kopf herum. Aber auch der Verlag reagierte schnell – nicht mal 24 Stunden, nach denen sie ihm das Buch angeboten hatte, kam die Zusage!

Eine wichtige Frage ist die nach dem geschichtlichen Hintergrund. Anja Baumheier war erst 10, als die Mauer fiel, aber das eigene Erleben der geschilderten Zeit hat es nicht unbedingt gebraucht. Sie hat viel recherchiert und die im Buch vorkommenden Orte wie z.B. das ehemalige Gefängnis in Hohenschönhausen besucht. Dass dies ein sehr bedrückendes Erlebnis war, spürt man im Buch.

Ihre Ausgangsidee war eine Familiengeschichte über einen langen Zeitraum. Über Verrat und Liebe und Leidenschaft, mehrere Generationen umfassend. Das DDR-Thema bot sich da an, weil das Land wie eine Insel war, abgeschlossen. Man war ja im wahrsten Sinne des Wortes eingemauert. Zudem ist es psychologisch total spannend, wie die Menschen in so einem System miteinander umgehen. Gerade diese psychologischen Aspekte fand ich auch so spannend.

Ich hoffe, ich konnte Euch auf „Kranichland“ neugierig machen. Ich bin jetzt schon gespannt auf Anjas nächstes Buch. Es wird wieder Familiengeschichte werden und in der DDR spielen, aber anders gelagert sein.

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