Freitag, 2. März 2018

Winterfrau und Frühlingsmädchen

Buchdetails:

Erscheinungsdatum Erstausgabe: 23.01.2018

Aktuelle Ausgabe: 23.01.2018

Verlag: Tinte & Feder

ISBN: 9781503900776

Flexibler Einband: 252 Seiten

Genre: Roman






„Winterfrau und Frühlingsmädchen“ - was für ein ungewöhnlicher Buchtitel - war mein erster Gedanke, als ich den neuen Roman von Heike Fröhling in den Händen hielt. Ich gegrübelt, was es mit dem Titel auf sich hat. Im Nachhinein muss ich sagen, er passt perfekt zur Geschichte des Buches. 

„Es klingt wahrscheinlich völlig irrsinnig. Aber Sie, Marianne sind - Du bist meine Tochter.“ 

Stell Dir vor, da steht plötzlich eine alte Frau vor der Tür und behauptet sie sei Deine Mutter. Wie würdest Du reagieren?
Marianne jedenfalls bricht nicht gerade in Begeisterungsstürme aus, als sie Else Ferrando mit dieser Nachricht konfrontiert. Sie glaubt ihr nicht. 
Während sich Mariannes Tochter Claudia auch dagegen sträubt, in Else ihre Großmutter zu sehen, fühlt sich Claudias Tochter Hanna von ihrer Urgroßmutter angezogen und sucht deren Nähe. 
Hanna interessiert sich für Elses Lebensgeschichte und spürt eine tiefe Verbundenheit. Gemeinsam begeben sich die Winterfrau und das Frühlingsmädchen auf eine Reise, zunächst nach Berlin und später in Elses Heimat Ligurien. Hanna fühlt sich in Italien sehr wohl, was auch an dem attraktiven Matteo aus der Nachbarschaft liegt... 

Vier unterschiedliche Frauencharaktere, vier Generationen, die Konflikte austragen und enger miteinander verbunden sind, als sie sich eingestehen wollen, prägen diese schicksalhafte Familiengeschichte. 
Mariannes Reaktion auf das plötzliche Auftauchen ihrer leibliche Mutter konnte ich gut nachvollziehen. Vermutlich hätte ich nicht anders reagiert. Ich kann auch verstehenen, dass sich ihre Tochter Claudia zunächst von Else distanziert. 
Im Gegensatz dazu steht Hanna mit ihrer frischen Art. Von Anfang an ist sie neugierig und möchte mehr über Elses Leben erfahren. Damit hatte sie mich sofort auf ihrer Seite. Ich mochte Hannas Herzlichkeit. 
Die Vermutung lag nahe, dass Else eine tragische Geschichte zu erzählen weiß. Dennoch hat mich die Einbindung dieses ernsten Hintergrunds überrascht. Besonders gefallen hat mir, dass Heike Fröhling die Thematik nicht seitenweise ausschlachtet, sondern sie nur leise anklingen lässt. Trotzdem ist die Botschaft deutlich.

Die Handlung ist in kurze Kapitel unterteilt, die zum einen in der Gegenwart spielen und zum anderen in die Vergangenheit zurückblicken. 
Heike Fröhling hat einen emotional berührenden Roman geschaffen, ohne dabei zu sehr in die Tiefe zu gehen. 
Ein unterhaltsames, kurzweiliges, aber auch nachdenklich stimmendes Buch, welches ich sehr gern weiterempfehle. 


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