Donnerstag, 23. August 2018

Die andere Seite des Schmerzes

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 10.08.2018

Gebundene Ausgabe: 356 Seiten

ISBN: 978-3868130645

Verlag: Edition Noack & Block

Genre: Roman










Studenten protestieren gegen die Nichtaufarbeitung des Nationalsozialismus, gegen regide Sexualmoral, gegen den Vietnamkrieg - Kennzeichen der 68er Bewegung.
Es ist diese wilde zügellose Zeit, von welcher Judiths Geschichte „Die andere Seite des Schmerzes“ erzählt. Der Roman stammt aus der Feder von Ruth Eder und ist am 10.08.2018 erschienen. 

1967 begegnet die deutsche Studentin dem US-Kampfhubschrauber- Pilot Don Jackson. Die beiden verlieben sich ineinander und heiraten schnell. Alles ist wie im Traum - Liebe und Lust - frei nach dem Motto „Was kostet die Welt“- bis die dunklen Wolken kommen. Don zieht in den Vietnamkrieg und kehrt traumatisiert zurück. Schon vor seinem Kriegseinsatz frönte er seiner Leidenschaft Alkohol und Drogen, danach lebt er nur noch in seiner zugedröhnten Welt. 
Es kommt, wie es kommen muss, die Beziehung zwischen Judith und Don gerät in Schieflage. 

Buchautorin Ruth Eder ist gelernte Journalistin, was in ihrem Schreibstil zum Ausdruck kommt. Sie bedient sich einer saloppen Sprache, einfacher Sätze und beschränkt sich auf die Darstellung der Ereignisse. Ihr Roman ähnelt einer Berichterstattung. 
Ich habe mich mit ihrer Art zu schreiben schwer getan.  Sie wirkte auf mich sprunghaft, lähmte oft meinen Lesefluss und demzufolge blieb die erhoffte Spannung weitgehend aus. 
Hinzu kam, dass mir die Charakterdarstellungen nicht gefielen. 
Mit Don konnte ich am wenigsten anfangen. Sicher ist er vom Krieg gezeichnet, aber er war mir vorher schon unsympathisch und ich fragte mich, was Judith an diesem Typen so faszinierend findet.

Auszug aus „Die andere Seite des Schmerzes“ 
Don: „Was will die überhaupt?“, dachte er trotzig. Sein vom Scotch umwabertes Hirn kam nur schwer in Gang. „Sie tut, als wenn sie die Prinzessin auf der Erbse persönlich wäre. Dabei habe ich es ihr es gestern richtig besorgt und sie hat liebend gern mitgemacht, die Schlampe.“ 

Dons amerikanische Familie war mir ebenfalls ein Graus. 

Judith schien dem schmucken Amerikaner verfallen zu sein, kam nicht von ihm los, was vermutlich auch an dem guten Sex lag, der immer wieder Erwähnung findet. Judith tat mir leid. Ich hätte ihr mehr Stärke gewünscht. 

Ruth Eder gelingt es, die Atmosphäre der 68er einzufangen und authentisch in ihre Handlung einzubetten. 
Hart und schonungslos serviert sie Dons Erlebnisse im Vietnamkrieg. Diese Grausamkeiten gingen mir nah und ich konnte Dons Trauma nachempfinden. 

Insgesamt entsprach der Roman nicht ganz meinem Lesegeschmack. Unter der beworben dramatischen Love-Story hatte ich mir wohl etwas anderes vorgestellt. 
Wer den journalistischen Schreibstil mag, dem sei dieser Roman empfohlen. 



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