Dienstag, 14. August 2018

Was wir zu hoffen wagten

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 27.07.2018

Flexibler Einband: 500 Seiten

Verlag: Bastei Lübbe

ISBN: 9783404177073

Genre: Historischer Roman










Die Thematik zu Michaela Saalfelds Roman „Was wir zu hoffen wagten“ interessierte mich. Außerdem gefiel mir das Buchcover. 

Das Szenario beginnt im Jahr 1912 in Berlin und der Leser lernt zunächst die drei Geschwister, Felice, Willi und Ille kennen. 
Felice ist intelligent und emanzipiert. Sie möchte unbedingt Jura studieren, was jedoch Frauen im Kaiserreich untersagt wird. Ihr Bruder Willi soll eigentlich die väterliche Bank übernehmen, hat aber keine Lust dazu. Vielmehr fühlt er sich in der Filmwelt zuhause. 
Ille ist die Jüngste und buhlt ständig um die Gunst ihrer Schwester. 
Dann bricht der Krieg aus und das Leben der drei Geschwister verläuft in ganz anderen Bahnen, als ursprünglich vorgesehen. 
Wird Felice doch noch als Juristin arbeiten können? Steigt Willi ins Filmgeschäft ein und wird Ille irgendwann ihrem brutalen Ehemann entfliehen können? 

Der Einstieg in den Roman fiel mir schwer. Michaela Saalfeld hat einen ungewöhnlichen Schreibstil. Oft deutet sie an, drückt sich rätselhaft aus und liefert erst viel später eine Erklärung dazu. Dies könnte durchaus die Spannung anfachen, jedoch wirkte es hier auf mich ermattend und langatmig. 
Obwohl sich die Autorin oft der bildhaften Beschreibung bedient, fand ich eine Interpretation dazu schwierig. Erst nach etwa 120 Seiten packte mich die Geschichte. Jetzt flossen historische Fakten in die Handlung und Spannung kam auf. Erwähnenswert scheint mir hier z.B. der „Hindenburg-Absturz“, den Michaela Saalfeld lebendig und atmosphärisch in ihre fiktive Geschichte einbindet.
Außerdem beschreibt sie die Ereignisse des Krieges sehr detailliert, hart und blutig. Nichts für schwache Nerven! Der Roman scheint gut recherchiert, mit vielen Hintergrundinformationen bestückt. 
Doch irgendwann uferten die Schilderungen des Kriegstreibens aus und mir wurde es schlichtweg zu viel. 
Im Finale kam wieder Schwung in die Handlung. Diesen letzten Teil arbeitet die Autorin für meinen Geschmack viel schnell und sprunghaft ab, was ich persönlich sehr schade fand. Gerade der Abschnitt schien mir besonders interessant.
Ich wage den Vergleich dieses Romans mit einem leckeren Kuchen. Alle Zutaten waren drin, nur die entsprechenden Mengen passten nicht. 
Hinzu kommt, dass mir die Charaktere nicht wirklich sympathisch waren. Im Prinzip mag ich Antihelden, die mit ihren Eigenheiten, Ecken und Kanten beschrieben werden. Aber diesen Darstellern fehlte der gewisse Charme. 
Am ehesten konnte ich mit Felice sympathisieren. Allerdings nervte mich ihr Desinteresse an ihren Mitmenschen und die Art wie sie sie behandelte. 
Ille war für mich ein Puttchen, naiv und wehrlos. 
Auch Willi mit seiner unerfüllten Liebe zu der Schauspielerin Recha erreichte mich nicht. Auf Recha hätte ich verzichten können. Sie mochte ich gar nicht. 
Da ich schon einige Romane aus diesem Genre gelesen habe, waren vermutlich meine Erwartungen an das Buch zu hoch. 

Fazit: Solider, historischer Roman mit eigenwilligen Charakteren, der mich nicht durchweg fesseln konnte. Meine 3 Sterne-Leseempfehlung! 








Kommentare:

  1. Hallo Patno,
    ich hatte das Buch auf meiner Wunschliste und freute mich, als ich es bei der Lesejury fand. Doch dann las ich in die Lesprobe und konnte mich mit dem Schreibstil eher schlecht anfreunden. So habe ich es dabei belasssen...
    Liebe Grüße
    Martina

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  2. Liebe Martina,

    ich sollte mir angewöhnen Leseproben zu lesen. Liebe Grüße Patricia

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  3. Huhu Patno :D

    Ich hatte mir das Buch auch schon angeschaut, aber irgendwie hat mich schon der Klappentext nicht überzeugt. Mit historischen Büchern tue ich mich ja eh etwas schwerer!

    Liebe Grüße
    Jessi

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