Montag, 17. September 2018

Alte Feinde


Zäher Anfang, spannendes Ende

 
von Petra Ivanov



Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Unionsverlag (August 2018)
ISBN: 9783293005372
Genre: Krimi


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Vorab Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung.





Ein alter Revolver aus Zeiten des amerikanischen Bürgerkriegs, ein Army No. 2, beendet das Leben von Albert Gradwohl. Der Tatort wirkt inszeniert, die Ermittlungen treten auf der Stelle und die einzige Spur scheint eine Verbindung der Tatwaffe in die USA zu sein – genau dorthin, wo Bruno Cavalli seit Monaten verdeckt ermittelt. Zumindest sollte er das, allerdings hat Staatsanwältin Regina Flint schon seit geraumer Zeit nichts mehr von ihm gehört.

„Alte Feinde“ ist inzwischen der achte Fall für das Ermittlerduo Flint/ Cavalli. Auch wenn sich die Krimis prinzipiell unabhängig voneinander lesen lassen, bin ich doch froh, zuerst den ersten Fall der beiden gelesen zu haben, denn so waren mir einige Charaktere und vor allem auch die Beziehung zwischen Flint und Cavalli bereits bekannt. Ich vermute, dass mir der Einstieg schwerer gefallen wäre, hätte ich die Charaktere nicht bereits einordnen können.

Da Bruno Cavalli und Regina Flint erst einmal getrennt voneinander auf verschiedenen Kontinenten ermitteln und es zudem immer wieder Rückblenden in die Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs gibt, gibt es mehrere Handlungsstränge, die mehr oder weniger schnell zusammenlaufen. Die Rückblenden bringen uns Lesern nicht nur die Schrecken des Krieges näher, sie beleuchten vor allem die Reise des Revolvers, der durch viele Hände ging, bevor er in Zürich zur Tatwaffe wurde. Die Idee des alten Revolvers als Bindeglied zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist gut umgesetzt. Ich persönlich finde den amerikanischen Bürgerkrieg zwar nicht allzu interessant, so dass diese Passagen für mich auch hätten kürzer sein dürfen, allerdings haben sie mich genügend neugierig gemacht, um zumindest etwas über Henry (Heinrich) Wirz nachzulesen, der immer wieder eine Rolle spielt.

Der Fall ist natürlich gänzlich anders als derjenige, den ich bereits kenne, dennoch gibt es für mich einige Gemeinsamkeiten zwischen den Büchern. Wie schon im ersten Fall, muss ich auch hier sagen, dass der Krimi nur schleppend in Gang kommt und ich das erste Drittel etwas zäh fand. Danach wurde es mit jeder Seite spannender. Die Ausarbeitung der Charaktere ist - ebenfalls wie im ersten Fall - sehr detailliert und gefällt mir wirklich gut. Selbst von Charakteren, die nur kurz auftraten, hatte ich schnell ein facettenreiches Bild vor Augen.

Mit dem Ende, also tatsächlich nur mit den letzten 12 Seiten, hadere ich ein bisschen. Ohne Frage sind sie spannend, allerdings passt für mich das Verhalten eines der Protagonisten so gar nicht zu seiner sonst zu umsichtigen Art. Vielleicht ist es kleinlich, aber mich hat es tatsächlich sehr gestört.

Trotz der Kritik vergebe ich gerne 4 Sterne, denn neben den bereits erwähnten großartig gezeichneten Charakteren, gefällt es mir sehr, dass die Autorin ohne unnötig grausame Szenen auskommt und ihre gute und gründliche Recherche merkt man beinahe jeder Seite an. Wer also gerne mal zu einem ruhigeren Krimi greift und womöglich sogar Interesse an amerikanischer Geschichte hat, der macht mit „Alte Feinde“ sicherlich nichts falsch.

1 Kommentar:

  1. Ein ganz tolles Buch und angenehmer Krimi, selbst wenn mir Cavalli nicht gerade sympathisch ist :-) Absolut zu empfehlen für alle Krimiliebhaber.

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