Dienstag, 2. Oktober 2018

Grenzgänger

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 01.10.2018

Fester Einband: 288 Seiten

Verlag: Droemer

ISBN: 9783426281796

Genre: Roman











„Von Henriette Bernard, geborene Schöning, soll hier die Rede sein. Von ihrem Mut und Übermut, von ihrem Glück und Unglück, von ihrer Schuld und Unschuld und von dem Bedürfnis, das Richtige zu tun.“

Mit diesem Satz beginnt der neue Roman „Grenzgänger“ von Mechtild Borrmann, der am 01.10.2018 beim Droemer Verlag erschienen ist. 

Für mich war es nach „Trümmerkind“ der zweite Roman der Autorin. 

Der Krieg ist endlich vorbei. Die zwölfjährige Henni lebt mit ihrer Familie in dem kleinen Dorf Velda an der deutsch-belgischen Grenze. Ihr Vater kehrt traumatisiert aus dem Krieg zurück und ist seither nicht mehr in der Lage seine Familie zu ernähren. Doch es sollte noch schlimmer kommen. Hennis Mutter verstirbt plötzlich und das junge Mädchen übernimmt die Verantwortung für ihre Geschwister. Als das Geld knapp wird, schließt sich Henni einer Gruppe Dörfler an, die Kaffee von Belgien über die Grenze nach Deutschland schmuggeln. 
Als die Zöllner die Routen der Schmuggler mehr und mehr kontrollieren, kommt Henni auf die Idee durch ein gefährliches Moorgebiet, über das Vennplateau zu gehen. 1950 beginnen die Zöllner auf die Menschen zu schießen, zumal immer mehr organisierte Banden in den Kaffeschmuggel involviert sind. Das Unglück nimmt seinen Lauf...

Henriette ist ein intelligentes, lebenslustiges Mädchen. Beeinflusst  von den Entbehrungen der Nachkriegszeit, kämpft sie wie eine Löwin für Ihre Familie. Ich habe sie in mein Herz geschlossen, war beeindruckt von ihrer Härte und Energie. Was musste sie alles ertragen? Ein Schicksal, das mich berührte.  
Anderseits fand ich es erschreckend, wie gleichgültig und abgestumpft Henriettes Vater wirkte. Traumatisch waren seine Erlebnisse im Krieg, doch lässt sich damit nicht jede Handlungsweise rechtfertigen. Ich wollte ihn schütteln und ihm sagen, er möge doch endlich aufwachen, sich um seine Familie kümmern. 

Mechtild Borrmann bedient sich einer klaren Sprache und bildhaft stimmungsvoller Beschreibungen. Sie schreibt in einfachen Sätzen und trotz der bisweilen dramatischen Ereignisse, wirkt die Geschichte der Henriette Bernard leicht und locker erzählt. 
Die kurzen Kapitel sind angenehm zu lesen und treiben den Leser rasant durch die Handlung.  Oft sind es die kleinen Cliffhanger am Ende der Kapitel, von denen eine enorme Sogwirkung ausgeht. Ich war gefesselt und konnte nicht aufhören zu lesen. 
Für mich fühlte sich die Story so lebensecht an, dass ich glaubte einem journalistisch aufgearbeiteten Tatsachenbericht zu folgen. 
Aber es ist ein fiktiver Roman, in welchen Mechtild Borrmann interessante historische Hintergründe der Nachkriegszeit einfließen lässt. So thematisiert sie die damals herrschenden katastrophalen Zustände in den Kinderheimen, deckt Misshandlungen an Schutzbefohlenen auf und den bringt den Schmuggel an der deutsch-belgischen Grenze in die Szenerie. 

„Grenzgänger“ ist ein bewegender Schicksalsroman, sensibel ausgearbeitet, atmosphärisch dicht geschrieben! Leselektüre, die mich begeistern konnte, aber auch nachdenklich stimmte. 

Beste Unterhaltung auf hohem Niveau - ein Roman mit Suchtpotential! 5 Sterne Leseempfehlung! 














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