Freitag, 17. Mai 2019

Mein Jahr mit dem Tod

von Heike Fink





  • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
  • Verlag: Gütersloher Verlagshaus (29. Mai 2018)
  • ISBN-13: 978-3579073101
  • Genre: Ratgeber Tod




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Dieses Buch wurde mir kostenlos vom Verlag zur Verfügung gestellt. Dies hat keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung!
 
Am Grab eines Freundes ist es da: Das Entsetzen darüber, dass auch das eigene Leben endlich ist. Was passiert mit einem, wenn man tot ist? Wie geht man mit dem Tod am besten um? Wird es einfacher, wenn man ihm in die Augen sieht?
Heike Fink hält sich ein Jahr lang in der Nähe von Menschen auf, die mit dem Tod zu tun haben. Sei es beruflich oder als Patient. Vom Bestatter, Friedhofsgärtner, der Leiterin des Hospizes, einem Physiker mit Nahtoderfahrungen bis hin zum Tatortreiniger, die alle ihre Erfahrungen und Ansichten mit ihr teilen.

Wer hat sich noch nie die Frage gestellt, wie es nach dem Tod weitergeht?
Ich bin kein Mensch der an Gott glaubt und dennoch denke ich nicht, dass ich einfach „weg“ bin, doch wird es immer wieder Situationen im Leben geben, die einen verzweifeln und die die Gedanken übersprudeln lassen.
So ging es auch Heike Fink! Wenn man am Grab eines Menschen steht, der noch nicht über 80 ist, überlegt man oft, warum dies passieren musste? Und je älter man wird, fängt man vielleicht auch an, Angst vor dem Unbekannten zu bekommen.
Das Buch zeigt unterschiedlichste Personen, die Heike Fink begleitet hat und in ihrer netten, manchmal auch humorvollen Art befragt hat. So gab es Kapitel, die mich sehr mitgenommen haben, Abschnitte die ich interessiert gelesen habe und welche, die mich nicht ganz abholen konnte und die ich eher quer gelesen habe.
Die Geschichte des Tatortreinigers, des Friedhofsgärtners oder des Försters wären informativ und gerade der Tatortreiniger muss einiges abkönnen und für den Job geboren sein.
Sehr bewegt haben mich die Geschichten des größten Friedhofs Kairos, denn dort leben nicht nur die Toten. Die Familienangehörigen wohnen dort mit ihren Tieren und machen das Beste daraus.
Als sie ihrer Freundin beisteht, als deren Mutter stirbt, betritt sie das erste Mal ein Hospiz und lernt auch unterschiedliche Sitten und Bräuche kennen. Auch das Gespräch mit der Leiterin und einen Patienten, der viel zu jung zum Sterben ist, war ich sehr bewegt.
Doch gibt es auch Menschen, die sich anders auf ihren Tod vorbereiten, ihre Rede schreiben und ihren Körper spenden.
12 Geschichten, bei der jede Persönlichkeit anders mit dem Tod umgeht. 12 Schicksale, die einen sind selbst die Betroffenen, die anderen helfen den Betroffenen und die nächsten, die sich einfach ihre eigenen Gedanken zum Sterben machen.
Man konnte der Autorin anmerken, dass sie immer wieder mit sich selbst hadert, die Entscheidungen hinterfragt und sich schlussendlich ihr eigenes Bild macht. Durch die verschiedenen Perspektiven findet jeder Leser seine Geschichte. Es wird nicht jede Erzählung auf Interesse und Verständnis treffen, doch kann sich jeder sein eigenes Bild machen und sich das aus dem Buch mitnehmen, was er für wichtig hält.

Man macht dieses Buch nicht zu und vergisst es, nein, man fängt an zu Überlegen, was man selbst mitnehmen möchte und was wirklich wichtig im Leben ist. Hier begegnet man dem Tod auf ganz unterschiedliche Weise! Deswegen macht euch nicht zu viele Gedanken über das danach! Lebt und genießt!

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