Mittwoch, 26. Juni 2019

Nächstes Jahr in Havanna





ISBN : 9783453422780
Flexibler Einband : 464 S.
Verlag : HeyneVerlag
Erscheinungsdatum : 10.06.2019
 
 
Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG)
Vorab Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung.
 
 
 
Seit meine Mama in den 60er Jahren das erste Mal in Kuba war, liebt sie dieses Land. Darum stammt diese Gastrezension von ihr.

Man muss es lieben, dieses Buch. Es ist mit viel Empathie geschrieben.

Chanel Cleeton umreißt die kubanische Geschichte, beginnend in den 50er Jahren mit dem Sturz des Diktators Batista. Sie lässt uns den Kampf der städtischen Untergrundaktivisten sowie auch der von Fidel Castro geführten „Bewegung des 26. Juli“ miterleben und zieht den Rahmen bis zur Abdankung von Fidel Castro und seinem Tod.

Viele wurden damals dazu getrieben, das Land zu verlassen. Andere sind geblieben in der Hoffnung, eines Tages in Freiheit zu leben.

Es ist aber weniger das Kampfgebrüll, das wir miterleben, sondern die Ängste, die Trauer und den Schmerz der Frauen über den Verlust geliebter Menschen.

Chanel Cleeton zeigt uns aber auch die romantische Version von Kuba, die der Liebe, der Sehnsüchte und Träume. Sie führt uns durch Havanna, mit seinem morbiden Charme der Architektur der spanischen Kolonialzeit des 16. Jahrhunderts, den man noch heute in der Altstadt bewundern kann und natürlich sind es die amerikanischen Oldtimer aus den 50er und 60er Jahren, die diese Stadt symbolisieren.

Aber vor allem ist es die Lust am Leben, die die Kubaner jeden Abend an den Malecon treibt. Hier sitzen sie und träumen in den Sonnenuntergang hinein. Kein Abend vergeht ohne Tanz. Er ist allgegenwärtig in den biegsamen Körpern, die sich in den Rhythmen der Straßenmusiker verlieren. Kaum einer kann dem Sog widerstehen sich zu verlieben, auch die  Protagonisten von Chanel Cleeton nicht.

Der Titel des Buches sagt alles: Fahren Sie hin und erleben Sie Havanna in seinen vielen Facetten. Vielleicht gibt es ja ein HAPPY END.

Ein PS muss sein: Der Brief von Chanel Cleeton an uns, ihre Leser am Ende des Romans, hat mich besonders berührt, auch ihre kurze Vita. Sie ist zwar Kubanerin, aber in Florida aufgewachsen. Ob sie Havanna je gesehen hat bzw. sehen wird, bleibt offen.

Ich verrate Ihnen noch, dass ich 1966 das erste Mal auf Kuba war und mich sofort in das Land verliebt habe. Zwei weitere Reisen folgten 1968 und 2007. Der Roman ist hervorragend recherchiert. Viele Dinge, die im Verborgenen passiert sind, waren mir nicht bekannt und haben mich erschüttert.

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