Mittwoch, 7. August 2019

Der Giersch muss weg!

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 17.01.2019

Verlag: Eugen Ulmer

Flexibler Einband: 128 Seiten

ISBN: 9783818606473

Genre: Ratgeber/Kochbuch










Kennt Ihr das? im Garten verbreitet sich das Unkraut rasant. Ihr habt es nicht geschafft, es zu entfernen.
Doch die Nachbarn kennen kein Erbarmen und weisen Euch mit sarkastischem Unterton auf Eure Pflicht hin.

Jetzt antwortet Ihr: Unkraut jäten war gestern! Heute essen wir es auf!
Der Blick der Nachbarn ist unbezahlbar!


Beim Buchtitel musste ich schmunzeln. Macht neugierig, verspricht interessant zu werden.
Generell mag ich die Bücher vom Ulmer Verlag sehr. Sie stehen für Qualität und Originalität.

Unkräuter nerven den Hobbygärtner. Eindringlinge! Störenfriede! Schluss mit der Jammerei!

Lasst sie uns als Wildkräuter betrachten. Zu einem schmackhaften Essen hinzugefügt, bekommen sie nun einen gewissen Charme.

Das Buch beginnt mit einem einführenden Teil. Nach dem der Leser mit der "goldenen Regel der Unkrautesser" vertraut gemacht wird, gibt es Tipps zum Ernten, Aufbewahren, Waschen, Schneiden und zum Geschmack der wilden Pflanzen.
Anschließend präsentieren die Buchautorinnen Susanne Hansch und Elke Schwarzer 50 bunte Rezepte aus aller Welt. Wie wär‘s mit Brennnessel-Buletten, Löwenzahn-Antipasti mit Bacon oder Bayrischem Kartoffelsalat mit Giersch? Dazu vielleicht ein Goldruteblüten-Eistee?

Nun sind Brennnessel, Hirtentäschel, Gänseblümchen und Löwenzahn wohl Jedem bekannt und leicht zuerkennen. Ich habe auch schon früher z.B. Brennnesselsuppe gekocht oder aus Löwenzahnblüten Honig hergestellt.
Doch wie sieht es mit Beinwell, Dost, Ehrenpreis, Tellerkraut oder Goldrute aus?
Zu jedem Kraut gibt es im Buch eine kurze Beschreibung hinsichtlich der Erkennungsmerkmale. Trotzdem war ich mir bei einigen Pflänzchen in meinem Garten hinsichtlich der Bestimmung nicht ganz sicher. Pflanzenkundler dürften hier im Vorteil sein.

Ich habe einige Rezepte aus dem Buch getestet, bisher allerdings nur mit den mir bereits bekannten Wildkräutern. Die Angaben in den Rezepten sind stimmig und leicht nachzuarbeiten. Ob bitter, würzig oder mild - für jeden Geschmack ist ein Kraut dabei.
Das Buch ist ansprechend illustriert und lädt zum Unkraut-Essen ein.
Inzwischen betrachte ich meinen Garten mit ganz anderen Augen. Wenn ich jetzt Vogelmiere, Kletten-Labkraut und Co entdecke, überlege ich mir, wie ich sie in ein leckeres Essen einbinden kann. Genial einfach und inspirierend!

Ganz ohne Gartenarbeit werdet Ihr vermutlich nicht auskommen.
Wechselt den Blickwinkel! Seid kreativ!

Reizvolle Lektüre für alle Gartenfreunde und Hobbyköche.

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