Donnerstag, 12. September 2019

Bella Stella - Patnos Rezension

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 20.08.2019

Flexibler Einband: 528 Seiten

Verlag: Rowohlt Taschenbuch

ISBN: 9783499276163

Genre: Roman







Als ich die Werbeanzeige für die deutsch-italienische Familiensaga „Bella Stella“ sah, war meine Neugier geweckt. Meine Tochter heißt Stella.
Hinzu kam, dass die Geschichte in Hamburg spielt und in die Zeit der Machtübernahme durch die Nazis zurückblickt.
Das Buch ist am 20.08.2019 im Rowohlt Taschenbuch Verlag erschienen.

Wir schreiben das Jahr 1922, als Stella in Holstein auf Gut Friedenkamp lebt, wo ihr Vater als Verwalter arbeitet. Stella ist in den jungen Gutsbesitzer Carsten verliebt, doch der soll eine standesgemäße Frau heiraten.
Als Stellas Vater stirbt, gerät ihr geordnetes Leben aus den Fugen. Plötzlich steht Luna vor der Tür, gibt vor, Stellas Schwester zu sein und bittet sie, mit ihr nach Hamburg zur todkranken Mutter zu kommen.
In die Hansestadt führen die beiden Schwestern ein kleines Ladengeschäft. Doch ihren Carsten kann Stella nicht vergessen.
Das ändert sich auch nicht, als ein junger Italiener in ihr Leben tritt, der nach einer Odyssee durch mehrer Länder bei seinem Onkel in Hamburg landet.
Auch Lorenzo musste seine Verlobte Giuseppina auf der Flucht vor den Faschisten in Predappio zurücklassen.
Zunächst sieht es also nicht so aus, als würden die beiden Herzen zueinander finden.

Brigitte Pasinis flüssiger Schreibstil ist angenehm zu lesen. Sie bedient sich einer klaren einfachen Sprache, die mich durch die Seiten fliegen lässt. An nur zwei Abenden habe ich die mehr als 500 Seiten durchgelesen.
Viele Charaktere beleben das Geschehen. Allen voran Stella, die als junge behütete Frau vom Lande in das verruchte St. Pauli kommt. Zusammen mit ihrer Schwester Luna geben sie ein interessant inszeniertes Schwesternpaar ab.
Sie wohnen in Hamburg in einem Haus der Superlative. Hier leben Zigeuner, politisch Verfolgte, aber auch Sympathisanten der aufstrebenden Nazibewegung.
Anderseits trifft der Leser auf eine kleinwüchsige Prostituierte, die offenbar von einem autoerotischen Freier besucht wird. Ein anderer Hausbewohner führt heimlich eine homosexuelle Beziehung.
Die vielen Nebenschauplätze lassen die Szenerie auf mich oberflächlich wirken. Verstärkt wird dieser Effekt von Zeitsprüngen, die die Autorin in ihre Geschichte eingebaut hat. Kurz gesagt, mir fehlt der Tiefgang, sowohl bei der Ausarbeitung der Charaktere, als auch bei den interessanten Hintergrundinformation, die hier nur angerissen werden.
So hätte ich z.B. gern mehr über die beginnende faschistische Bewegung und den jungen Mussolini erfahren.
Vorrangig geht es darum, die Herzen von Stella und Lorenzo zu vereinen. Ein langer Weg mit etwas zu viel Gefühlsduselei.

„Bella Stella“ ist ein Schmöker, unterhaltsam und kurzweilig - ein netter Frauenroman für zwischendurch.




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