Dienstag, 10. Dezember 2019

Krippenspiel

Ungewohnte Interpretation



von Rudolf Borchardt

Gebundene Ausgabe: 56 Seiten
Verlag: Claudius Verlag (Oktober 2019)
ISBN: 9783532628379



Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG)
Vorab Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung.




Alle Jahre wieder dürfen wir uns in der Weihnachtszeit nicht nur über Plätzchenduft, diverse Nikolausfeiern und Weihnachtsmärkte freuen, auch zahlreiche Krippenspiele erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Dieses Jahr habe ich zwar bislang kein Krippenspiel gesehen, doch ich habe eines gelesen: „Krippenspiel“ von Rudolf Borchardt, herausgegeben von Gunilla Eschenbach. Ich weiß nicht, was ich von diesem etwa 100 Jahre alten Klassiker eigentlich erwartet habe, aber ich war auf jeden Fall überrascht von dem Text, obwohl er durchaus die allseits bekannte Geschichte erzählt.

Maria ist eine selbstbewusste und resolute Frau, die ziemlich direkt ist und sich auch nicht scheut, den drei Königen ins Wort zu fallen:

Maria:                O König du und da der welcher

                               Herr Kasper oder auch Herr Melcher

                               Ich sag euch dieses Wort führwahr:

                               Mein Kindlein schien mir wunderbar,

                               Eh ihr es mir bezeugt jetzunder,

                               Und euch alleine scheint es Wunder.“    (S. 25)

Josef ist da weit weniger selbstbewusst und die Hirten haben mich ebenfalls erstaunt. Mit seiner veränderten Personenkonstellation, schafft es Rudolf Borchardt der Weihnachtsgeschichte eine neue Seite hinzuzufügen, die zwar der Altbekannten nicht widerspricht, aber dennoch völlig anders wirkt.

Das Krippenspiel an sich ist recht kurz, den zweiten Teil des liebevoll gestalteten Büchleins aus dem Claudius Verlag nehmen Gunilla Eschenbachs Erläuterungen zum Text ein. Doch keine Sorge: ihr Text ist informativ, er hilft das Krippenspiel und seine Entstehung einzuordnen, aber es ist kein trockener Lehrtext. Er ist genauso spannend und interessant zu lesen, wie Borchardts Text.

Ebenso wie das Cover, zieren auch das Innere des Büchleins zauberhafte Scherenschnitte, die zum einen den Text spiegeln, und zum anderen das Buch auch optisch zu einem wahren Schatz machen.

Für mich ein wunderbares (Geschenk-)Büchlein mit einer sehr eigenen und dadurch sehr reizvollen Version der Weihnachtsgeschichte – perfekt für die Adventszeit.

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