Samstag, 29. Februar 2020

Haarmann

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 17.02.2020

Herausgeber: Penguin Verlag

Buchlänge: 316 Seiten

ISBN: 9783328600848

Genre: Kriminalroman









Geschichten über Serienmörder faszinieren mich. Ich finde es interessant zu ergründen, wie diese Menschen denken, wie sie nach außen wirken und welche Dämonen sie antreiben. 
Wer sich mit der Thematik beschäftigt, stößt früher oder später auf den Namen Fritz Haarmann, einen der berüchtigtsten Serienmörder Deutschlands. 
Auch Buchautor Dirk Kurbjuweit hat sich mit Haarmanns Leben auseinandergesetzt. Sein Kriminalroman ist am 24.02.2020 beim Penguin Verlag erschienen. 
Schon das Buchcover ist ansprechend und erzeugt Neugier. 

In den 1920er Jahren verschwinden im Raum Hannover immer wieder Jungen. Die Spurenlage ist dürftig. Doch es gibt Gerüchte, die den Ermittler Robert Lahnstein schlussendlich zu Fritz Haarmann führen.  Für Lahnstein steht fest, dass er es hier mit einem Psychopathen zu tun hat. Noch kann er ihm nichts nachweisen. Dieser Haarmann ist schwer zu knacken. Lahnstein braucht einen guten Plan, zumal seine Polizeikollegen eher gegen ihn arbeiten. Die Zeit drängt, denn es melden sich erneut Eltern, deren Söhne plötzlich verschwunden sind. 

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir schwer, obwohl es dem Buchautor gelingt, eine eindrucksvolle Buchatmosphäre zu schaffen. Sein stenografischer Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Ausserdem spielt Haarmann zunächst eine untergeordnete Rolle. Vorrangig beleuchtet Kurbjuweit das Leben und Wirken des Ermittlers Robert Lahnstein, berichtet von den Familien, die ihre Söhne vermissen und von der politischen Situation in Deutschland zwischen den Weltkriegen. Nach den ersten hundert Seiten packt mich die Geschichte. Jetzt steht Haarmann im Zentrum der Story. Seine Charakterdarstellung ist beeindruckend und wirkt authentisch. Gespannt verfolge ich Lahnsteins Ermittlungen. Es liest sich spannend, wie er Stück für Stück das Rätsel um die vermissten Jungen entschlüsselt. Grausame Details treten zutage. Es sind schockierende Bilder, die sich vor meinem inneren Auge offenbaren. 
Obwohl der Buchtitel zweifellos ein Magnet ist, halte ich ihn im Nachhinein nicht glücklich gewählt, denn er weckt Erwartungen beim Leser, die dieser Kriminalroman eventuell nicht ganz erfüllt. 
Das ist schade, denn die Story ist klug und intelligent ausgearbeitet, überzeugt mit Fachwissen. Besonders interessant finde die zeitgeschichtlichen Hintergründe.  
„Haarmann“ ist überraschend anders, ähnelt eher einem Sachbuch und sucht den ambitionierten Leser. 
Wer sich ausschließlich für den Fall Haarmann interessiert, könnte hier vermutlich enttäuscht werden. 

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