Donnerstag, 30. April 2020

Die Schwestern vom Ku‘damm - Tage der Hoffnung - Patnos Rezension

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 21.04.2020

Buchlänge: 461 Seiten

Verlag: Rowohlt Wunderlich

ISBN: 9783805203333

Genre: Roman/ Die 50er-Jahre- Trilogie Band 3








Schon Wassily Kandinsky hatte diese besondere Gabe. Er war ein Synästhetiker, konnte Töne sehen und Farben hören. Er sprach von einer engen Verbindung zwischen der Malerei und der Musik.
Auch Florentine, die jüngste Schwester der Thalheims, hört Farben. Oft sind es Worte, die für sie zu Farben werden. Auch in ihrem künstlerischen Schaffen spielt Musik eine große Rolle.

Buchautorin Brigitte Riebe ist den Töchtern der Kaufhausdynastie Thalheim schon länger auf den Fersen und hat ihre Geschichten in einer Trilogie mit dem Titel „Die Schwestern vom Ku‘damm“ niedergeschrieben. Am 21.04.2020 ist Band 3 - „Tage der Hoffnung“  beim Rowohlt Verlag erschienen, in welchem die jüngste Thalheim-Schwester eine tragende Rolle spielt. 

Wir schreiben das Jahr 1958 als Florentine von Paris nach Berlin zurückkehrt. Mit dem Modekaufhaus Thalheim hat die junge Rebellin wenig am Hut. Viel lieber möchte sie an der Hochschule für bildenden Künste studieren. Schließlich ergattert sie einen dieser begehrten Studienplätze und geht voll und ganz in der Malerei auf. Doch Professor Lindberg macht ihr das Leben an der Hochschule zur Hölle. 
Währenddessen spitzen sich die politischen Spannungen zwischen Ost und West zu. Schmerzhaft bekommt die Familie Thalheim die Teilung Berlins zu spüren. 

In Band 2 verabschiedet sich Flori von der Leserschaft als aufmüpfiger Teenager, der die Welt abseits des Familienclans erobern möchte. 
Zurück kehrt sie als erwachsene junge Frau voller neuer Visionen. Mit ihrem offenen Wesen und ihrem künstlerischen Talent zieht sie mich schnell in den Bann ihrer Geschichte. Es fühlt sich an, als würde ich neben Flori an der Staffelei stehen. Während sie Musik in Farben verwandelt, übertrage ich die gelesenen Worte in Bilder. Plötzlich bin ich mitten in den 50er Jahren und sehe die Frauen in ihren Vintage Kleidern durch Berlin spazieren. 
Hautnah erlebe ich, wie die Spaltung Deutschlands Schritt für Schritt voranschreitet. Auch die Familie Thalheim wird auseinandergerissen. Die politische Lage spitzt sich dramatisch zu und Florentine entdeckt eine neue Leidenschaft- das Fotografieren. Buchautorin Brigitte Riebe beschreibt das Zeitgeschehen bildgewaltig und spannungsreich. Historisches Faktenwissen bindet sie gekonnt und wohldosiert in ihre Geschichte ein. Sie gewährt interessanten Persönlichkeiten aus Kultur und Politik, wie Marlene Dietrich oder Rut und Willy Brandt kleine Gastauftritte. Das verleiht der Story Authentizität. 
Derweil kann ich mich der Sogwirkung dieses Romans kaum noch entziehen. Zwischen Hoffen und Bangen begleite ich Florentine beim Kampf um ihre große Liebe. 
Erneut brilliert Brigitte Riebe mit ihrem lebendigen und klugen Schreibstil. Ihre Story ist nicht nur akribisch recherchiert und detailgetreu ausgearbeitet, sie überzeugt auch durch eindrucksvolle Charakterdarsteller, eine stimmungsvolle Buchatmosphäre und hohen Unterhaltungswert. 
Eine Buchautorin in Hochform! Fulminanter Abschluss der Trilogie rund um die Thalheim-Schwestern. 
Bestnoten für diesen Wohlfühlroman! 







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