Sonntag, 19. April 2020

Im Namen der Lüge

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 09.03.2020

Herausgeber: Heyne Verlag

Buchlänge: 576 Seiten

ISBN: 9783453439665

Genre: Thriller







Für mich gehört er in die Champions League deutscher Thrillerautoren. Seine klug ausgearbeiteten, exzellent recherchierten Storys greifen brisante Themen auf. Er schafft fiktive Szenarien, welche auf mich verdammt realitätsnah wirken. 
Die Rede ist von Horst Eckert, dessen neuer Thriller „Im Namen der Lüge“ am 09.03.2020 beim Heyne Verlag erschienen ist. 

Hauptkommissar Vincent Veihs, den ich bereits in „Wolfsspinne“ kennengelernt habe, ermittelt in einem Mordfall. Alles deutet auf eine Beziehungstat hin. Die Staatsanwaltschaft möchte die Ermittlungen rasch abschließen.
Aber Vincent vermutet ein anderes Mordmotiv, denn der getötete Journalist recherchierte für ein Buchprojekt in der rechten Szene. 
Während der Ermittlungen begegnet der Hauptkommissar Melia Khalid, die das Referat für Linksextremismus beim Inlandsgeheimdienst in Düsseldorf leitet. Aufgrund eines brisanten Geheimdokuments aus Antifa-Kreisen glaubt ihre Behörde an Taten einer neuen RAF. 
Melia hingegen misstraut der Quelle und kommt gemeinsam mit Vincent einer rechten Verschwörung ungeheueren Ausmaßes auf die Spur. 
Die beiden beziehen mich in ihre Gedankengänge und Ermittlungen ein. An ihrer Seite wandere ich durch einen politischen Irrgarten, treffe auf Links -und Rechtsextreme, versuche hinter die Machenschaften des Geheimdienstes und ihrer V-Männer zu kommen. Es ist irre spannend. Ich tauche voll und ganz in die Geschichte ein und versuche der Lüge auf die Schliche zu kommen. Kein leichtes Unterfangen! Es ist verworren und ab und an befinde ich mich auf einer falschen Fährte. 
Tatsächliche Fakten bindet Eckert geschickt in seine Handlung ein und entwickelt daraus ein denkbares Konstrukt. 
Zu der beeindruckenden Buchatmosphäre kommen überzeugende Charkterdarstellungen. Melia und Veit sind starke Typen mit Ecken und Kanten, gut vorstellbar, dass sie zukünftig zu einem brillanten Ermittlerteam zusammenwachsen. 
Interessant ist auch die Konstellation mit Melias Vater, einem Spitzenpolitiker und Veits Mutter, einer ehemaligen RAF Terroristin. 
Mit hohem Tempo lese ich mich durch fast 600 Seiten, unfähig das Buch auch nur für einen Augenblick aus den Händen zu legen. 
Am Ende bleibe ich nachdenklich zurück. 
Wow, was für ein Leseerlebnis, intelligent inszeniert, politisch explosiv, megaspannend! 

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