Dienstag, 19. Mai 2020

Blutgott

Buchdetails:

Erscheinungsdatum: 01.04.2020

Verlag: Knaur TB

Buchlänge: 464 Seiten

ISBN: 9783426524084

Genre: Thriller

Band 7 der Clare-Vidalis-Reihe






Seit „Final Cut“ bin ich ein Fan der Clara Vidalis-Thriller. 
Nun ist bei Droemer Knaur Band 7 der Reihe erschienen und ich wollte herausfinden, wer dieser „Blutgott“ ist. 
Es geschah im Mai 2019 in einem IC von Dortmund nach Frankfurt. 
Ein junges Mädchen sitzt allein in einem Abteil, als plötzlich die Tür aufgeht und eine Horde Jungen das Abteil betritt. Was dann passiert ist an Kaltblütigkeit und Gewalttätigkeit kaum zu überbieten. 
Eine Serie äußerst brutaler Morde in ganz Deutschland nimmt ihren Lauf. Das Bizarre daran ist, dass offenbar Minderjährige diese schrecklichen Taten in der Gruppe begehen. Wie hängen die Morde zusammen? 
Clara Vidalis glaubt nicht, dass die Jugendlichen in Eigeninitiative morden. Schließlich findet das Ermittlerteam im Dark Web eine Spur. Sie stoßen auf einen Mann, der sich als Blutgott bezeichnet und seine Anhänger per Video zum Gruppenmord nach seinem Vorbild auf. 

Schon zu Beginn des Buches fühlt Veit Etzold seinen Lesern auf den Zahn. Schaurig düster beschreibt er in allen Einzelheiten welches Martyrium die junge Frau im Zug erleben muss und wie die Täter ihre Leiche zurichten. Schwer verdauliche Kost. Der hartgesottene Thrillerleser freut sich. Die Spannung steigt, während der Buchautor weitere Morde schonungslos offen präsentiert. 
Kurze Kapitel bringen Tempo in die Handlung. Etzold greift eine brisante Thematik auf, die mich nachdenklich stimmt. Jugendliche werden zu Killern und können dafür nicht belangt werden, weil sie noch strafunmündig sind. 
Die Charakterdarstellungen der Jugendlichen finde ich beklemmend. Es ist für mich erschreckend, wie stark und fasziniert sie auf dieses Thema „Töten“ abgefahren sind. Ohne Skrupel und ohne jegliche Angst finden scheinbar harmlose junge Leute Spaß am Morden. Grenzt für mich an Gewaltverherrlichung. 
Zwischendurch glänzt der Buchautor mit seinem Fachwissen über die Serientäter dieser Welt. Allerdings scheinen mir diese interessanten Hintergrundinformationen teilweise plump in die Geschichte eingearbeitet. 
Clara Vidalis wirkt in diesem Band oberflächlich inszeniert. 
Die Story mündet in einem spektakulären Finale, welches mich grübelnd mit einem fiesen Cliffhanger zurücklässt. 

„Blutgott“ ist ein reißerisch aufbereiteter Thriller, der mich schockiert hat und nicht ganz meinen Lesegeschmack treffen konnte. Wer das Sensationslüsterne mag, wird sich hier vermutlich besser unterhalten. 

P.S. Das Buch kann auch ohne Vorkenntnisse aus den vorangegangenen Bänden gelesen werden. 

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