Dienstag, 21. Juli 2020

Zwei fremde Leben - der neue Frank Goldammer- Roman


Das Warten hat ein Ende. Am 24.07.2020 erscheint bei dtv der neue Roman von Frank Goldammer.



Seine Geschichte beginnt im Jahr 1973 in der Dresdner Frauenklinik. Eine junge Frau erwartet ihr erstes Kind. Doch bei der Geburt treten Komplikationen auf. Das kleine Mädchen wird tot geboren. Aber die junge Frau glaubt fest daran, dass ihr Kind noch lebt.

Schon zu DDR- Zeiten gab es immer wieder Gerüchte, dass die Regierung jungen Müttern die Kinder entzogen hat und diese anschließend von verdienten Funktionären adoptiert wurden.
In Frank Goldammers Geschichte ist es die junge Claudia Behling, die sich nach dem Fall der Mauer auf die Suche nach der Frau begibt, die sie sechzehn Jahre zuvor nach der Geburt weggegeben hat.


Viele von Euch werden den Buchautor von der Max Heller Reihe kennen.
Wir wollten von Frank Goldammer wissen, wie er nach seinen historischen Kriminalromanen  gerade auf dieses Thema gekommen ist?

Auf die Thematik brachte mich eine ältere Dame nach einer Max Heller Lesung, ob ich davon schon gehört hätte, fragte sie mich, hatte ich nicht, aber ich habe mich sofort informiert und ich glaube, den Vertrag zu dem Buch hab ich drei Wochen später schon unterschrieben.


Wo hast Du recherchiert und was hast Du dabei herausgefunden? 
Das Thema lässt Raum für Verschwörungen. Gibt es Anhaltspunkte für solche?

Recherchiert habe ich im Internet, habe alle Bücher gelesen, die ich dazu bekommen konnte und habe mir die Ergebnisse von Studien zu diesem Thema schicken lassen. Es gibt dazu Broschüren, die jeder bekommen kann.
Nach meinem Stand der Recherche, so auch das Ergebnis zweier großangelegter Untersuchungen, hat es diese Art von Kindesentzug nicht gegeben, also der staatlich organisierte Diebstahl von Neugeborenen. Es gab Zwangsadoptionen, einerseits aus sozialen Gründen (gab und gibt es noch überall auf der Welt), aber natürlich auch politisch motiviert. Es hätte erstens genügend Kinder gegeben die zur Adoption zur Verfügung standen, zweitens darf man nicht den Fehler begehen und die Stasi mächtiger machen, als sie letztendlich war. Sie war eine niederträchtige, gemeine Organisation (und was viele gern vergessen oder vertuschen, nur das ausführende Organ der SED) und wer in ihre Fänge geriet, hatte nichts zu lachen. Viele schlimme Dinge sind geschehen. Die Stasi war aber nicht allmächtig und nicht allgegenwärtig.  Fast jeder ehemalige DDR Bürger glaubt zum Beispiel, die Stasi hätte seine Telefonate angehört, jeder Brief wäre gelesen worden, doch das war natürlich schon logistisch nicht machbar. (Das fasst gleich einige Fragen zusammen :) )
Vieles in diesem Zusammenhang, vor allem die Sicht der vermeintlichen Opfer, beruht auf dem (damals üblich) sehr kühlen und sachlich Umgang mit der Thematik Kindstod. Es gab keine psychologische Unterstützung, die Kinder wurden entfernt, obduziert und beerdigt, ohne dass die Mutter noch einen Blick darauf werfen und sich verabschieden konnte.


Wie viel Wahrheit und wie viel Fiktion befinden sich in Deinem Roman? 


Mein Roman ist natürlich reine Fiktion, die jedoch wie auch die Max Heller Romane vor einem echten Hintergrund spielen. Ich habe so gut ich konnte recherchiert und all die Eindrücke zusammengefasst, die mir bei meiner Recherche entstanden.  


Lieber Frank, herzlichen Dank für Deine Ausführungen.
Ich habe „Zwei fremde Leben“ bereits vorab gelesen.  Nächste Woche findet ihr meine Buchbesprechung auf dem Blog. Nur so viel vorab - dieser Roman gehört zu meinen Lese-Highlights 2020. 

Eure Patno

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