Sonntag, 1. November 2020

Griechenland und der Orient. Eine märchenhafte Reise

 

Bildgewaltig, märchenhaft und poetisch

 
von Hans Christian Andersen
 
 
Hardcover: 256 Seiten
ISBN: 9783990210369
Verlag: Verlag der Griechenland Zeitung (September 2020)
Genre: Reisebericht


Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG) 
Vorab-Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung.

 

Wer kennt nicht die kleine Gerda, die in Die Schneekönigin ihren Freund Kai sucht? Oder den Kaiser, der völlig nackt vor seine Untertanen tritt, weil Des Kaisers neue Kleider gar nicht existieren. Oder Das hässliche Entlein oder die papierne Tänzerin, deren Herz Der standhafte Zinnsoldat erobern möchte.

Die Märchen von Hans Christian Andersen habe ich als Kind geliebt und auch heute noch lese ich sie gerne. Doch ich muss zugeben, dass mir bis vor Kurzem nicht bewusst war, dass Andersen nicht nur Märchen geschrieben hat. Er ist auch gereist und hat Berichte seiner Reisen verfasst. Und so bin ich im vergangenen Monat mit ihm auf Eine märchenhafte Reise gegangen. Griechenland und der Orient waren das Ziel.

Hans Christian Andersens Reisebeschreibung war wunderbar zu lesen. Voller genauer Beobachtungen, kleiner Anekdoten und voll ehrlichen Interesses für Land und Leute. Er nimmt kein Blatt vor den Mund („etwas Abschreckenderes habe ich nie gehört“ S.64), dennoch erinnert seine Sprache an die seiner Märchen, was ja nicht weiter verwunderlich ist. Sie ist sehr bildhaft, lebendig und teilweise voller Poesie.

„Die königliche Stirn, die kecken, dunklen Augen und die kühne Haltung auf dem Pferde sagten uns, es sei ein echt hellenisches Weib, sie flog wie eine herrliche Erscheinung durch den Wald, wie die Königin der griechischen Elfen.“ (S.79)

Hans Christian Andersens Reise führt ihn zunächst durch Griechenland und dann in den Orient. Ich kann gar nicht sagen, welcher Teil mir letztlich besser gefiel. Ich war durchweg fasziniert von der Begeisterung, die man jeder Zeile Andersens anmerkt. Natürlich waren nicht alle Erlebnisse positiv und schön, dennoch waren seine Worte mitreißend und ich habe mich selbst wie auf Reisen gefühlt. Er ist offen, neugierig, feinfühlig, ein genauer Beobachter.

Zu Beginn des Buches findet man eine kurze Einführung, die vor allem eine historische Einordnung von Andersens Reise bietet und erklärt mit welchen Hintergrund Andersen seine Reise angetreten ist. Zudem gibt es einige Anmerkungen zur vorliegenden Ausgabe. Am Ende des Buches finden sich neben einigen erklärenden Anmerkungen zu bestimmten Textstellen auch zwei Briefe, die Hans Christian Andersen während seiner Reise schrieb. Abgerundet wird das Buch durch die Abbildung von 50 Stichen, die vor allem Landschaften und Alltagsszenen zeigen, ganz so, wie Andersen sie vermutlich zu sehen bekam.

Wie man vermutlich herauslesen kann, hat mich Andersens Reisebericht begeistert. Für mich hat er eine unnachahmliche Art und Weise seine Beobachtungen und Erlebnisse mit uns zu teilen und ich habe jede Zeile genossen. 

"Der Fremde muss in Konstantinopel vor allen Dingen Bazare besuchen, denn das heißt mit einem Male in die ungeheure Stadt einzutreten." S.128

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