Montag, 8. März 2021

Tinte und Siegel

Purer Lesegenuss

 

von Kevin Hearne

Verlag: Klett-Cotta / Hobbit Presse(Feb 2021)
Broschiert: 384 Seiten
ISBN: 9783608982039
Genre: Fantasy/ Urban-Fantasy

 

Werbung (gemäß §2 Nr.5 TMG) 
Vorab-Hinweis: Zwar wurde mir ein kostenloses Exemplar zur Verfügung gestellt, dies hat aber keinerlei Einfluss auf meine nachfolgende Meinung.


Al MacBharrais hat einen prachtvollen Schnurrbart und eine gutgehende Druckerei in Glasgow. Auf ersteren ist er stolz, letztere dient nur zur Tarnung, denn Al ist sozusagen hauptberuflich Siegelagent. Mit verschiedenen Tinten kann er Siegel – eine Art Zaubersprüche - zeichnen, die einem entweder kurzzeitig eine bestimmte Fähigkeit verleihen, die heilen können und vor allem im Umgang mit zahlreichen Feenwesen helfen, denn es ist Al's Aufgabe die Feenwesen in ihren eigenen Gefilden zu halten, sie dorthin zurückzuschicken oder auch Verträge mit ihnen zu schließen, sollten sie die Erde zu bestimmten Zwecken besuchen wollen – und sei es nur zum Skiurlaub.

Doch zurzeit hat er ein paar ernsthafte Probleme: sein Schüler Gordie ist bei einem seltsamen Unfall ums Leben gekommen und er ist nicht der erste. Auch wenn Al natürlich bei keinem der Todesfälle beteiligt oder auch nur in der Nähe war, normal ist das nicht. Zudem stellt sich heraus, dass jemand offenbar eine Art Menschenhandel mit den Feenwesen betreibt, und Al muss schleunigst herausfinden, was es damit auf sich hat und wer dahinter steckt.

Ich muss gestehen, es gibt bei mir vielerlei Gründe ein Buch haben zu wollen: ich mag den Autor, das Cover gefällt mir so, dass ich es kaufe ohne den Klappentext gelesen zu haben oder jemand erzählt einfach begeistert von einem Buch. In diesem Fall jedoch war es das Foto des Autors, dass mich aufmerksam gemacht hat. Er wirkte schlichtweg sehr sympathisch. Ich habe „Tinte und Siegel“ daher völlig unvoreingenommen begonnen und bin restlos begeistert. Kevin Hearne hat unglaublich kreative, teils fast skurrile, Einfälle und jede Seite hat unglaublichen Spaß gemacht. Es gibt viel Humor und Situationskomik, gepaart mit Sarkasmus und bissiger Ironie.

Sein Protagonist Al MacBharrais ist nicht mehr der Jüngste und vermutlich nicht unbedingt der Held, den man zuerst vor Augen hat, wenn man an Fantasy denkt. Die Probleme des Alters machen auch Al immer mal wieder zu schaffen. Gut, dass er seine Siegel auch für sich selbst nutzen kann.

Neben Al gefällt mir natürlich Hobgoblin Buck sehr, auch wenn seine Sprache ab und an recht derb ist, und Al's Assistentin Nadia ist ebenfalls eine sehr interessante Figur, zu der wir auch einige Hintergrundinformationen erhalten. Ich bin sehr gespannt, wie die beiden in den weiteren Teilen miteinander auskommen werden.

Ebenfalls sehr gelungen finde ich die Einbindung des Themas Menschenhandel. Geschickt verbindet der Autor dieses ganz und gar nicht fantastische Thema mit seiner Geschichte und schafft es, Aufmerksamkeit zu erzeugen ohne mit erhobenem Zeigefinger darauf hinzuweisen.

Alles in allem für mich ein rundum gelungener Fantasyroman, der ganz ohne romantische Verwicklungen auskommt. Während ich also ungeduldig auf den nächsten Band der Chronik des Siegelmagiers warte, werde ich mich auf jeden Fall mit Kevin Hearnes anderen Reihen - Die Chronik des eisernen Druiden und Fintans Sage (Das Spiel des Barden) – ablenken. Von mir also eine klare Leseempfehlung.

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