Freitag, 7. Januar 2022

Selma Lagerlöf - sie liebte die Freiheit und erfand Nils Holgersson

Buchdetails: 

Erscheinungsdatum: 02.11.2022

Herausgeber:Droemer HC

Buchlänge: 368 Seiten 

ISBN: 978346282595

Genre: Romanbiografie 

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Biografische Romane gehören zu meinem bevorzugten Lesestoff. Als mich eine Lesefreundin auf dieses Buch aufmerksam machte, war ich Feuer und Flamme und wollte die Frau kennenlernen, die die Abenteuer des Nils Holgersson erfand. 


Die Geschichte beginnt im Jahr 1888, als das Bauerngut Mårbacka hochverschuldet verkauft werden muss.  Selma schwört, eines Tages den Familienbesitz zurückzukaufen und ihn in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. 

Schließlich verbrachte sie hier eine glückliche Kindheit, bevor sie eine Ausbildung zur Lehrerin in Stockholm absolvierte. 

Mit dem festen Glauben an sich selbst beschreitet Selma ihren Weg. Heiraten kommt für sie nicht infrage. Sie möchte Schriftstellerin werden. Mit ihrer rebellischen Art stößt sie an gesellschaftliche Grenzen und stellt sich der Männerwelt mutig entgegen. Sie schafft es tatsächlich als erste Frau den Literaturnobelpreis zu ergattern und so zieht Nils Holgersson mit einen Wildgänsen in die Welt hinaus und weckt die Sehnsucht nach Schweden. 


Es fällt mir schwer, in den Roman zu finden. Die Autorin schreibt poetisch mit viel Liebe zum Detail. Doch für mich ist das schlichtweg zu dick aufgetragen. Um es mit Mark Twain zu sagen: „…Drei Viertel aller Adjektive gehören weggesperrt.“ 

Hinzu kommen viele Vergleiche, mit denen ich nichts anfangen kann, wie z.B. 

„Die Wehrtürme und Kirchtürme ragten aus der eng zusammengestellten roten Häuserdachmenge mit grünen Baumköpfen heraus, wie wahllos hineingesteckte Waffeln aus einem Erdbeerkuchen.“ (Zitat aus dem Buch) 

Der Schreibstil ist anstrengend zu lesen und wirkt auf mich ermüdend. 

Dennoch spüre ich schnell, dass hier eine akribische Recherche zugrunde liegt. Charlotte von Feyerabend informiert ihre Leser ausführlich über das Leben und Wirken der schwedischen Schriftstellerin, arbeitet viele Originaldokumente ein und schafft damit Authentizität. 

Besonders interessant finde ich, wie Selma aus dem Auftrag ein Schul-Lesebuch für Kinder zu entwickeln, Nils Holgersson erfindet.  

Seine Abenteuer werden bestimmt noch die Generationen nach uns beglücken. 

Selma Lagerlöf ist eine selbstbewusste Frau, die emanzipiert auftritt. Sie möchte von der Schriftstellerei leben, kämpft für Ruhm und Ehre und arbeitet verbissen an ihren Zielen. Dafür verdient sie meinen Respekt. Dennoch gelingt es mir nicht, mit Selma im Laufe der Handlung warm zu werden. Sie liebt zwei Frauen gleichzeitig, Sophie Elkan und Valborg Olander. Während Selma mit Sophie auf Reisen geht, schreibt sie Liebesbriefe an Valborg. Beim Lesen bekomme ich den Eindruck, dass Selma die Liebe der beiden Frauen ausnutzt und für sich den bestmöglichen Nutzen daraus zieht. Bei Sophie und Valborg führt dies zu Eifersüchteleien, was aus ihren Briefen hervorgeht. Ich finde die Frauen anstrengend. 


Insgesamt reißt mich der Roman nicht vom Hocker. Wer die poetisch- ausschmückende Sprache mag, wird sich vermutlich besser unterhalten. 

1 Kommentar:

  1. Hey!
    Ach wie schade, dass dich das Buch nicht begeistern konnte. Ich lese auch immer mal wieder gerne einen biografischen Roman, aber diesen hier werde ich mir dann auch lieber nicht zu Gemüte führen. Hört ich wirklich anstrengend an.
    Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche
    LG
    Yvonne

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