Donnerstag, 13. Juli 2023

Ausgelesen! Hasi und Patno beenden den Roman „Botschafterin des Friedens"

 


Patno: Wow Hasi, im zweiten Teil nimmt die Handlung an Dramatik und Tempo zu. Nebenbei google ich nach den realen Hintergründen. Viele Details aus dem Leben der Bertha von Suttner sind mir bislang unbekannt. Geschichte spannend erzählt! Ich war überrascht, dass Berthas jüdische Freundin nach Amerika fliehen musste. Mir war gar nicht bewusst, dass es im Russischen Reich so einen starken Antisemitismus gab. Im Netz habe ich einige interessante Beiträge dazu gefunden. 

Hasi: Die Tatsache, wie früh sich die antisemitischen Strömungen in Russland entwickelt haben, hat mich auch überrascht. Katharina die Große hatte die Ausländer vor nicht mal 100 Jahren ins Land geholt, um es besser zu erschließen, und als das getan ist, dürfen die Einwanderer wieder gehen?! Das ist krass.
Was mich auch irritiert hat, war die Eifersucht ihres Mannes auf Nobel. Er war ja selber kein Kostverächter, hätte ihr aber am liebsten jeden Kontakt zu ihm verboten. Aber dafür hat er ihr in der Sache mit der Küchenhilfe beigestanden, der sie unbedingt eine bessere Zukunft ermöglichen wollte und so im Kleinen errreicht hat (Bildung für Frauen), was ihr im Großen noch nicht gelungen war.

Patno: Oh, die Eifersucht auf Nobel kann ich schon nachvollziehen. Ich glaube, der Alfred hat Bertha so viele Komplimente gemacht und sie in all ihren Bestrebungen unterstützt. Über Arthur wollen wir besser nicht reden. Aber lass mich noch einmal auf das Thema Antisemitismus zurückkehren. Von diesem Bürgermeister von Wien, diesem Karl Lueger hatte bisher auch noch nichts gelesen. Der muss wohl ein Vorbild für Adolf Hitler gewesen sein. 

Hasi: Ich hatte von Lueger auch noch nicht gehört, eigentlich verwunderlich bei den vielen Büchern, die wir schon über das Thema Nationalsozialismus gelesen haben. Und jetzt verstehe ich nicht, wie man eine Christlichsoziale Partei gründen, Jurist und gleichzeitig so menschenfeindlich sein kann?! Schrecklich!

Patno: Ich glaube, wir können noch so viele Bücher über dieses Thema lesen, es wird uns immer unbegreiflich bleiben. Aber interessant finde ich auch, dass man Bertha in den ersten Jahren bei der Nobelpreisverleihung nicht bedacht hat, obwohl er ja sich eigentlich den Friedensnobelpreis hauptsächlich für Bertha gewünscht hat. Über Gleichberechtigung wollten die Männer damals gar nicht nachdenken. Da haben wir es heute viel besser. 

Hasi: Ich habe übrigens im Netz nach dem Testament gesucht, aber Bertha wird da leider nicht namentlich erwähnt, das hat es dem Komitee natürlich leicht gemacht, sie zu ignorieren. Und seien wir mal realistisch, wir haben heute zwar die Gleichberechtigung, aber bisher sind nur 5 % der Nobelpreise an Frauen vergeben worden ... 

Patno: Vielleicht ändert sich das zukünftig. Jetzt bin ich sehr gespannt, ob dieser Roman im Oktober bei der Homer-Preisverleihung auf den vorderen Plätzen landet. Zumindest ist er einer der Nominierten auf der Shortlist. 

Hasi: Danke für die Überleitung - am 30.7.23 stelle ich Euch das Buch im Rahmen der Blogtour zur Homer Preisverleihung hier nochmal näher vor und am 06.08.23 gibt es ein Interview mit der Autorin Eva Grübl. Seid dabei! 


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