Skurrile Ermittler mit interessantem Hobby auf Mörderjagd
Jeden Sonntag treffen sich die Vogelbeobachter Katja, Harald, Thilo, Sabine und Frank um 6:30 Uhr auf dem Beobachtungsturm im Grabenstätter Moos am Chiemsee. Eines Sonntags können die anderen Frank nicht finden, obwohl sein Auto bereits dasteht. Auf der Suche nach ihm entdecken sie das Nest eines seltenen Braunkehlchen-Pärchen – und die rote Pfütze ganz in der Nähe, in der der Tote liegt. Die Polizei ist sich sicher, dass Frank beim Beobachten der Vögel von einem Baum gestürzt ist. Doch Harald war früher Forensiker und ist überzeugt, dass Frank umgebracht wurde. Also beschließen die Birdwatcher, den Mord selbst aufklären.
„Schräge Vögel – Soko Neuntöter“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe von Anna Täuber. Hinter dem Pseudonym stecken Dorothea Böhme und Regine Bott, die als Charlotte Blum bereits die historische Krimireihe „Fräulein vom Amt“ geschrieben haben.
Mir haben besonders die skurrilen Protagonisten gefallen. Katja ist Altphilologin mit Problemen bei zwischenmenschlichen Interaktion (sie ist heimlich in ihre Kollegin verliebt) und beim Ausparken (leider fährt sie ihrem Nachbarn regelmäßig den Seitenspiegel ab). Außerdem ist sie eine begnadete Rechercheurin, so lange sie dazu nicht mit Menschen reden muss, und lässt ihr ungewöhnliches Haustier, ein Amrock-Huhn, nur ungern allein. Harald, der verschrobene Forensiker im Ruhestand, hat es nicht so mit moderner Technik, aber jahrzehntelange Erfahrung im Ermitteln und ein großes Herz, das er gut versteckt. Er ist überzeugt, dass sich Thilo, ein Maschinenbaustudent mit Talent für gute Fotos und leidenschaftlicher Rennradfahrer, bestens mit allem Neumodischen auskennt und mal eben ein iPhone knacken kann. Sabine pflegt nicht nur ihre krebskranke Mutter und zieht ihren Sohn allein groß, sondern kümmert sich auch die Hobbyornithologen. Sie hat immer ofenwarme Croissants und frischen Kaffee für alle dabei. Als Sachbearbeiterin einer Versicherung ist sie es gewöhnt, ihrem Gegenüber jede noch so kleine Information zu entlocken, was sich bei ihren Nachforschungen als sehr nützlich erweist.
Bisher hat sich die Gruppe nur zu den gemeinsamen Beobachtungen getroffen, aber die Ermittlungen zu Franks Tod schweißen sie zusammen und lassen sie zu echten Freunden werden. Sie sehen sich im Umfeld seiner Familie und seinem Büro um, und schauen sich die Fälle, die der Staatsanwalt bearbeitet hat, noch mal ganz genau an. Dabei stoßen sie auf verschiedene Motive und Verdächtige und machen sich einige Feinde.
Mir hat der erste Band der Reihe gut gefallen, auch wenn mir die Spannung an einigen Stellen zu Gunsten der Vorstellung der Ermittler noch etwas zu kurz kam und die Auflösung leicht überstürzt wirkte. Dafür fand ich die Fakten zu den heimischen Vögeln sehr interessant und mochte die Situationskomik.
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