Buchdetails :
Leinen los für die große literarische Abenteuerreise an der Seite von Robert Surcouf.
Bevor wir in See stechen, werfen wir einen kurzen Blick ins Jahr 1786. Der dreizehnjährige Robert befindet sich im Orden der Jesuiten und soll nach dem Wunsch seiner Eltern Priester werden. Doch der aufmüpfige Junge hat andere Pläne: Er möchte wie seine Vorfahren ein erfolgreicher Kaperkapitän werden.
Robert flieht und geht an Bord der Brigg Héron mit Kurs auf Cádiz, später weiter in die Karibik. Schnell steigt er vom Schiffsjungen zum Vollmatrosen auf, wird Maats und verdient sich bald Respekt. Auf der Aurore unter Kapitän Tardivet bekleidet er das Amt des zweiten Offiziers, auf der Navigateur unter Kapitän Lejoliff wird er zum ersten Offizier befördert – bis er schließlich selbst als Kapitän das Zepter in der Hand hält.
Robert Surcouf ist mit Leib und Seele Kaperfahrer – also jemand, der mit staatlicher Erlaubnis feindliche Schiffe überfällt.
„Es heißt Korsar, nicht Pirat.“ (Robert Surcouf)
Während der Französischen Revolution gerät er in Toulon in die Gefangenschaft königstreuer Bürger. Mit einer List gelingt ihm die Flucht, und trotz der Verfolgung durch die Engländer schlägt er sich bis zu Napoleon durch. Gemeinsam zwingen sie die englische Flotte schließlich zum Rückzug.
„Ihr Franzosen kämpft des Geldes wegen, wir Engländer dagegen um die Ehre.“
(General Frederick St. John)
Jeder von uns kämpft für das, was er nicht hat und ihm am meisten fehlt, entgegnet Robert lakonisch. (Auszug aus dem Roman)
Und Robert muss dringend zu Reichtum kommen, wenn er die schöne Marie-Cathérine zur Frau haben möchte. Bald schon nennt man ihn den Tiger des Indischen Ozeans, denn kein feindliches Handelsschiff ist mehr vor ihm sicher.
Mac P. Lorne ist ein Meister der historischen Seefahrerromane. Er besucht die Schauplätze seiner Handlungen und ist für seine akribische Recherche bekannt. Gekonnt schließt er die Lücken dort, wo die historischen Quellen schweigen, und verbindet Fakten mit spannender Fiktion. Mac P. Lorne erklärt Geschichte nicht, sondern lässt sie von seinen Lesern hautnah erleben.
In der Vergangenheit standen meist englische Seehelden im Mittelpunkt seiner Romane – umso größer war meine Freude, diesmal einen französischen Seefahrer begleiten zu dürfen.
Dieser Robert Surcouf ist ein Teufelskerl: furchtlos, strategisch klug, mit exzellenter Beobachtungsgabe – und einer, der stets sagt, was er denkt, egal, wem er gegenübersteht.
Ich mag Robert sehr und muss gestehen, dass ich mich während des Lesens ein kleines bisschen in ihn verliebt habe. Er geht hohe Risiken ein, behält selbst in beinahe ausweglosen Situationen einen kühlen Kopf und liebt seinen Beruf, den er mit Leidenschaft ausübt.
Köstlich amüsiert habe ich mich darüber, wie er die zahlenmäßig und militärisch überlegenen Engländer immer wieder an der Nase herumführt und ihnen entwischt.
Das Setting des Romans ist großartig. Der Autor schreibt lebendig, bildhaft und mitreißend. Seine Dialoge sind knackig und bisweilen mit einer feinen, humorvollen Note unterlegt. Gedanklich war ich mitten im Geschehen.
Besonders interessant fand ich die Begegnungen zwischen Robert und Napoleon. Auch Horatio Nelson, dessen Geschichte der Autor in einem früheren Roman erzählt hat, ist mit von der Partie.
Wind in den Segeln, Gischt im Gesicht und Geschichte zum Anfassen prägen diese packende Romanbiografie über einen aussergewöhnlichen Seehelden.

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